Im Kreis leben bis zu 4000 Betroffene – Formloser Antrag reicht

Nur wenig Interesse am neuen Bildungspaket

Schwalm-Eder. Ob für den Tagesausflug mit der Kita-Gruppe, das Mittagessen in der Schule oder neue Hefte und Stifte für den Unterricht: Kinder und Jugendliche aus Familien, die Sozialleistungen erhalten, können dafür seit dem 1. April zusätzlich Geld vom Staat bekommen.

Doch bislang ist das Interesse an dem so genannten Bildungspaket eher dürftig – auch im Schwalm-Eder-Kreis.

„Wir hatten schon die Befürchtung, dass nur ein kleiner Teil der Anspruchsberechtigten von alleine kommt“, sagt Hans-Gerhard Gatzweiler, Leiter der Arge (Arbeitsgemeinschaft Kreis/Jobcenter), die die Hartz-IV-Bezieher betreut. Nach den monatelangen politischen Diskussionen um Bildungsgutscheine und zusätzliche Leistungen sei die zögerliche Nachfrage jedoch durchaus verständlich.

Gatzweiler fordert die Ämter, Beratungsstellen, Vereine und andere Anlaufstellen auf, verstärkt auf die Angebote des Bildungspakets hinzuweisen - zumal diese sogar rückwirkend ab Januar 2011 in Anspruch genommen werden können. Häufig reiche schon ein formloser Antrag.

Auch Landrat Frank-Martin Neupärtl hofft auf rege Beteiligung und viele Anträge aus einkommensschwachen Familien. Es gehe dem Kreis nicht darum, Geld zu sparen, sondern um Ermutigung und Unterstützung. Möglichst viele der geschätzten 3000 bis 4000 Kinder und Jugendlichen im Kreis, die anspruchsberechtigt sind, sollten die Vorteile des Bildungspakets auch nutzen. Die Kosten dafür sollen dem Landkreis erstattet werden.

In aller Eile haben die Mitarbeiter der Verwaltung inzwischen Richtlinien erarbeitet, mit Essensanbietern und Vereinen gesprochen, Schulen, Tagesmütter und Kindergärten angeschrieben. Eine neue Stelle wurde geschaffen, um die zusätzliche Arbeit zu bewältigen.

Quelle: HNA

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