Gemeinde Jesberg unterstützt Energiewende - Regionalplan weist zwei Flächen aus

Wenig Wind um Räder

Die Energiewende hinterlässt sichtbare Zeichen: Im Kellerwald wurden bei Jesberg und Hundshausen wurden zwei Flächen für Windparks ausgewiesen. Foto:  Archiv

Jesberg. Die Gemeinde Jesberg wird wohl keinen großen finanziellen Profit aus den beiden Windenergiestandorten ziehen können, die der neue Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013 ausweist.

Die beiden Flächen bei Jesberg und Hundshausen, auf denen ein Windpark entstehen könnte, befinden sich im Eigentum von HessenForst.

Dennoch sind der Verwaltung die beiden Windenergiestandorte, die dort ausgewiesen wurden, willkommen: „Wir stehen hinter der Energiewende: Wir wollen keine Atomkraft mehr“, sagte Bürgermeister Günter Schlemmer in der Sitzung am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus Densberg. „Deshalb brauchen wir vernünftige Alternativen, die auch bezahlbar sind.“

Doch bevor sich tatsächlich in der Kellerwaldgemeinde die ersten Windräder drehen werden, müssen noch jede Menge Fragen rund um Erschließung, Finanzierung und vor allem zur Bürgerbeteiligung geklärt werden. „Wir stehen erst ganz am Anfang“, betonte Schlemmer und rechnete den Weg durch den Bürokratiedschungel vor. Es werde noch mindestens vier bis fünf Jahre dauern, bis die ersten Windräder am Kellerwald errichtet werden könnten. „Das alles geht schließlich nicht über Nacht, sagte Schlemmer.

Jetzt müsse die Gemeinde handeln, denn jetzt habe sie noch gute Chancen, Wünsche artikulieren und Ideen einbringen zu können. Das soll vor allem in enger Zusammenarbeit mit den Nachbarn geschehen: Es sei wichtig, sich mit den fünf Gemeinden des Zweckverbands Schwalm-Eder-West abzustimmen und mit gemeinsam Bad Zwesten, Neuental, Jesberg und Borken einen gemeinsamen Beschluss zu fassen, den man dem Regierungspräsidium vorlegen könne.

Jesberger mit einbeziehen

Das Projekt Windenergie bedeute auch, dass die Einwohner beteiligt und einbezogen würden, betonte der Rathauschef. Bislang aber halte sich das Bürgerinteresse am Thema in engen Grenzen: Obwohl der Regionalplan „Energie Nordhessen 2013“ seit einigen Wochen im Rathaus ausliege, habe ihn sich noch kein einziger Jesberger angeschaut.

Die Vertreter der Fraktionen gaben ihr Okay für die beiden vorgeschlagenen Flächen, dennoch suchen sie nun nach Möglichkeiten, damit Geld in die Kasse der Gemeinde fließt. „Wir wollen ja nicht nur die Landschaft verschandeln und auf sich drehende Räder gucken, sondern natürlich auch Geld einnehmen“, sagt Heinz Stumpf (CDU).

Das bekräftigte auch Günter Noll (SPD): „Nicht nur fremde Investoren sollen von den Plänen profitieren – wir wollen, dass Jesberg etwas von der Windenergie hat.“ (bra)

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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