Zahl der Minijobs im Privatbereich liegt weit unter einem Prozent

Nur wenige Haushalte melden ihre Putzfrau an

Wolfhager Land. In privaten Haushalten blüht offenbar die Schwarzarbeit. Denn während der Bedarf an Haushaltshilfen wächst, wird nur ein Bruchteil legal beschäftigt. Dies geht aus Zahlen der Minijobzentrale hervor.

Demnach haben weit weniger als ein Prozent der Haushalte im Landkreis Kassel einen Minijob angemeldet. 716 geringfügig Beschäftigte waren es bis Mitte 2012. Diese Zahl stieg seit 2011 um fast zehn Prozent, ist aber angesichts der rund 113 500 Haushalte im Landkreis immer noch gering. Wie hoch die Zahl der Schwarzarbeiter und Schwarzarbeitgeber wirklich ist, bleibt im Dunkeln. Laut der Erhebung Familienmonitor der Bundesregierung wünscht sich jede dritte Mutter eine bezahlte Haushaltshilfe. Fast jeder Zehnte habe bereits eine illegale Haushaltshilfe beschäftigt, heißt es in einer Forsa-Umfrage. Für den Landkreis Kassel würde dies bedeuten, dass 11 350 illegal Beschäftigte kochen, waschen und Kinder hüten.

Auch wenn diese Fälle nicht im Fokus der Verfolgung stehen, gehe man Hinweisen nach, erklärt Klaus Salzsieder von der Bundesfinanzdirektion West. Die ist für den Zoll in Nordhessen zuständig.

Man erhalte Zehntausende Hinweise auf Schwarzarbeit in Privatwohnungen. Erhärte sich der Verdacht, erwirke man einen Durchsuchungsbeschluss. Die Höhe des Schadens spiele keine Rolle. „Wir sagen nicht: Wenn die Putzfrau acht Euro bekommt, gehen wir nicht rein.“

Unter dem Strich werde aber nur ein Bruchteil der Fälle geahndet. Eine Haushaltshilfe illegal zu beschäftigen, gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit bis zu 5000 Euro Bußgeld bestraft werden.

Die Minijobzentrale wirbt mit den Vorteilen einer legalen Beschäftigung: Der Arbeitgeber müsse kaum tiefer in die Tasche greifen und sei vor finanziellen Ansprüchen bei Arbeitsunfällen abgesichert. Zum Tage

Von Göran Gehlen und Bea Ricken

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare