Stadtverordnetenversammlung

Viel weniger Geld: Stadtmarketingverein muss sich neu organisieren

Spitze des Stadtmarketings: Geschäftsführer Dr. Dirk Richhardt (links) und der Vereinsvorsitzende Heider Olten. Unser Bild zeigt sie bei der Präsentation der Blumentor-Verkleidung 2013. Foto: Schäfer

Homberg. Beim Homberger Stadtmarketing muss ab sofort besonders spitz gerechnet werden: Der Zuschuss an den Verein wird gekürzt. Künftig wird die Stadt den Verein mit 50 000 Euro statt mit 110 000 Euro unterstützen.

Dafür sprachen sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend aus. Grund dafür: Die Stadt muss sparen, um die Auflagen des kommunalen Schutzschirmes zu erfüllen.

Die Stadt beabsichtigt, ihren Zuschuss an den Verein von 110 000 auf 50 000 Euro zu kürzen. Eine Entwicklung, die den Verein zum Umdenken zwingt.

Damit nicht genug: Viele Stadtverordnete sind mit der Leistung und einige Mitglieder des Vereins mit der Situation des Stadtmarketings unzufrieden. Das wurde am Dienstag sowohl bei der Haupt- und Finanzausschusssitzung als auch bei der Jahreshauptversammlung des Stadtmarketingvereins deutlich.

Dabei kommt das Stadtmarketing trotz der Kürzung glimpflich davon, vor allem die SPD wollte den Zuschuss ganz streichen. „Wir können uns das nicht erlauben. Wir subventionieren diese Position“, sagte Bernd Herbold (SPD). Kein Geld zu zahlen, das treibe den Verein in die Insolvenz, gab Achim Jäger (FWG) zu bedenken. Eine Entwicklung, die in der Außenwirkung schlecht wäre, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

„Wir haben uns alle etwas anderes unter Stadtmarketing vorgestellt, als das, was gelaufen ist“, sagte Hilmar Höse (Grüne). Man müsse einen langsamen, geordneten Rückzug aus der hauptamtlichen Tätigkeit ermöglichen und den Verein nicht in die Insolvenz treiben, lautete schließlich die einhellige Meinung.

So wolle man sicherstellen, dass sich der Verein neu organisieren kann, erklärte Ausschuss-Vorsitzende Karin Wilhelm der HNA. Die Abstimmung fiel einstimmig für die Kürzung des Zuschusses. 25 000 Euro sollen ausgezahlt, die andere Hälfte mit einem Sperrvermerk belegt werden. Die endgültige Entscheidung fällt die Stadtverordnetenversammlung. Artikel unten.

Olten: "Geld würde nur bis Ostern reichen" 

Bürgermeister Ritz überbrachte dem Stadtmarketingverein die schlechte Botschaft, dass künftig nur noch die Hälfte der Zuschüsse von der Stadt fließen sollen. Das Geld des Vereins würde vermutlich bis Ostern reichen, sagte der Vorsitzende Heider Olten darauf.

Der Stadtmarketingverein müsse langsam mal in die Puschen kommen und entscheiden, wie es weitergehen soll, mahnte Ritz, der stellvertretender Vorsitzender ist, in aller Deutlichkeit an. Er kritisierte scharf, dass Olten und Richhardt vermittelten, dass die Stadt den Verein vor die Wand fahren lasse. Das Gegenteil sei der Fall: 2014 sei der Zuschuss geflossen, außerdem habe der Bauhof stets beim Aufbau geholfen, städtische Mitarbeiter seien im Vorstand des Vereins aktiv und die Räume würden kostengünstig gestellt. „Die Stadt unterstützt den Verein“, betonte Ritz. Es könne nicht sein, dass sie für das Ergebnis 2014 verantwortlich gemacht werde.

Gleichwohl müsse entschieden werden, wie es mit dem Stadtmarketing weitergehe, so Ritz. „Wir müssen uns fragen, wo wir sparen können. Die Personalkosten sind der größte Posten“, sagte Sandra Aguirre (Wiskemann).

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellte Hans-Günther Nehlsen von Möbel-Dickhaut. „Es kann nicht Sinn und Zweck sein, öffentliches Geld zu verbraten. Das ist nicht kaufmännisch.“ Man müsse froh sein, wenn überhaupt Geld von der Stadt fließe. Visionen, wo man in fünf bis zehn Jahren stehen wolle und wie man dorthin komme, forderte Helmut Koch vom Schuhhaus Koch. Der Einzelhandel dürfe nicht auf der Strecke bleiben. „Wenn nichts passiert, gibt es uns bald nicht mehr“, so Koch. Um sich für die Zukunft auszurichten, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. So könnten die Kaufleute zeigen, dass sie den Verein wollen und die Entscheidung darüber nicht nur der Politik überlassen, sagte Ritz.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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