Neue Biogasanlage vor den Toren der Stadt Wolfhagen soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen

Weniger Gestank dank Gastank

Reinhard Schulte- Ebbert

Wolfhagen. Ob es letztlich auch eine Anlaufstelle wird für Wolfhager, die die Ernte ihres Rasenmähers loswerden wollen, ist derzeit noch offen. Das müsse man prüfen, wenn die Biogasanlage vor den Toren Wolfhagens in Betrieb gegangen ist. Ausschließen wollte das Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer der Biogas Wolfhagen GmbH & Co. KG nicht.

Wenn die Anlage, die zu 60 Prozent mit Gülle und Mist befüllt wird und zu 40 Prozent mit pflanzlichem Substrat wie Grünroggen, Mais und dem dritten und vierten Schnitt von Grünland im November oder Dezember in Betrieb geht, könne man sich mit der Frage noch einmal beschäftigen. Im Moment spielen andere Aspekte eine Rolle. Noch steht die Baugenehmigung für das zwei Millionen Euro teure Projekt aus, das südlich von Wolfhagen in einer Entfernung von etwa 600 Metern zur Wilhelm-Filchner-Schule und zirka 250 Metern zu den Bauernhöfen im Bereich Regelweg/Schlippenteich auf einer Fläche von etwa einem Hektar entstehen soll. In drei Gär-Behältern werde das Gas entstehen, das Grundlage für Wärme- und Stromgewinnung der Anlage ist. Über ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 500 kW werde die Energie erzeugt. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Hauptabnehmer für die Wärme könnte die Filchner-Schule werden. Der Landkreis Kassel als Schulträger, so Schulte-Ebbert, habe großes Interesse.

Bäuerliche Anlage

Die komplette Wärmebedarf der Schule ließe sich mit der Produktion aus der Biogasanlage allerdings nicht decken. Im Winter müsse die Schule mit ihrer vorhandenen Anlage zuheizen.

Die Biogasanlage bezeichnete der Geschäftsführer als „bäuerliche Anlage“, die Landwirte haben in der Betriebsgemeinschaft auch die Mehrheit: 34 Bauern sind Teilhaber, 25 davon aus Wolfhagen und seinen umliegenden Stadtteilen. Mit im Boot sind zudem der Maschinenring und der Kreisbauernverband dessen Geschäftsführer Reinhard Schulte-Ebbert ebenfalls ist.

Dass angesichts des zunehmenden Bedarfs an Energie-Mais rund um Wolfhagen und im gesamten Landkreis auf den Feldern große Monokulturen drohen, schließt Schulte-Ebbert aus. „Wir haben heute weniger Maisanbau im Landkreis als in den 90er-Jahren.“ Grund sei, dass die Zahl der Viehzüchter zurückgegangen sei, die den Mais als Futter anbauten. Wegen der Fruchtfolge im Ackerbau werde es auch keine Mais-Dauerkulturen geben.

Falls letztlich von den Bürgern doch kein Rasenschnitt als Biomasse angeliefert werden kann, so ziehen die Wolfhager laut Schulte-Ebbert trotzdem einen Vorteil aus der Anlage: Die Geruchsbelästigung nimmt ab. Das Substrat aus dem Gär-Prozess riecht beim Ausbringen als Dünger wesentlich geringer als Mist und Gülle, die auf den Äckern verteilt werden.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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