Immer weniger Vögel im Garten gesichtet

Vogelzählung zeigt niedrigste Zahl seit 14 Jahren

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Die Rauchschwalbe wurde deutlich seltener gezählt als zuvor.

Wolfhager Land. Die aktuelle Zählung der Gartenvögel, an der sich schon deutschlandweit rund 40 000 Vogelfreunde beteiligt haben, zeigt die niedrigste Vogelzahl pro Garten seit 14 Jahren.

Dies zeigt sich laut Markus Dietrich, Kreisvorsitzender des Naturschutzbund (Nabu), auch im Landkreis Kassel. „Die ersten Ergebnisse unserer Mitmachaktion 'Stunde der Gartenvögel' zeigt, dass sich Mauersegler, Mehl- und Rauchschwalben im Sinkflug befinden“, so Dietrich.

Auch unter den bisher häufigsten Gartenvögeln weisen sieben Arten die bisher geringsten Zahlen auf, darunter Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Elster, Grünfink, Buchfink und Hausrotschwanz. Lediglich Haussperling, Feldsperling, Ringeltaube und Rabenkrähe scheinen noch wie früher vertreten zu sein.

Der Star, Vogel des Jahres 2018, sei nur in etwa der Hälfte aller Gärten gesichtet worden. Dieses Ergebnis wird auch durch Daten, die im Landkreis erfasst wurden, bestätigt. In 46,7 Prozent der gezählten Gärten tauchte der Star auf. Insgesamt wurden 62 Vogelarten registriert. Da die Ergebnisabgabe der Vogelzählung noch bis 21. Mai möglich sei, könne der Nabu derzeit nur auf Trends, aber sehr stabile, zurückgreifen, erklärt der Nabu-Sprecher. „Sollte sich dieser Trend bestätigen, wäre das bedenklich. Dieser negativen Entwicklung kann nur durch Schutzmaßnahmen begegnet werden“, so der Kreisvorsitzende. Die Ursachen seien vielfältig: Insektenschwund und damit Nahrungsmangel, Versiegelung von Gebäuden und Erdflächen.

Aber es gibt auch Lichtblicke: So setzen die beiden samenfressenden Finkenarten Stieglitz und Kernbeißer ihre Bestandszunahmen fort. „Auffällig ist, dass dagegen fast alle Vogelarten, die ihre Jungen mit Insekten füttern, besonders niedrige Zahlen aufweisen“, so Markus Dietrich.

Hintergrund

Der Naturschutzbund (NABU) und sein Partner, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), rufen zweimal im Jahr zur sogenannten Stunde der Gartenvögel und der Wintervögel ein. Bei der 14. Stunde der Gartenvögel haben bereits mehr als 37 000 Vogelfreunde aus rund 25 000 Gärten und Parks fast 840 000 Vögel gemeldet. Das sich abzeichnende Gesamtergebnis bezeichnet der NABU als besorgniserregend: Unter den Top 15 der Gartenvögel weisen sieben Arten so geringe Zahlen wie noch nie in 14 Jahren auf. Bis zum 21. Mai können die Vogelzählungen per Internet oder per Post an den NABU übermittelt werden. Nach einem Jahrzehnt der Beobachtungen können die Forscher des NABU deutliche Bestandstrends für den Siedlungsraum ablesen. Die Gesamtzahl der Gartenvögel in einem durchschnittlichen Garten liegt bei etwa 35 Individuen von zwölf verschiedenen Vogelarten. Weitere Informationen zur Stunde der Gartenvögel und zum Meldeformular unter https://zu.hna.de/vogelzahl

Quelle: HNA

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