Die richtige Pflege ist im Winter wichtig – Cremes und Spaziergänge helfen über die Kälte hinweg

Wenn die Kälte an der Haut beißt

Im Labor: Dr. Baschar Malek hat auf Agarplatten Abstriche ausgestrichen und untersucht sie unter dem Mikroskop. Foto: Mangold

Fritzlar. Kälte, Wind, Schnee und Regen – im Winter wird die Haut, unser größtes Organ, besonderen Belastungen ausgesetzt. Spannungsgefühle, Rötungen, Schuppen und Juckreiz treten in der kalten Jahreszeit gehäuft auf. Woran liegt das und was kann man dagegen tun? Wir sprachen mit Dr. Baschar Malek, Hautarzt in Fritzlar.

„Im Winter wird die Haut trockener“, erklärt Malek. Die Kälte draußen und die Heizungsluft drinnen trockne die Haut aus. Daher brauche sie mehr Pflege als sonst. Fetthaltige Cremes und Lotionen schützten die Haut vor Austrocknung. Dabei muss jeder herausfinden, welche Pflege für die eigene Haut am besten verträgt. Beim Eincremen gilt die Faustregel: einmal täglich ist genug.

Gegen trockene Winterhaut helfe am besten eine regelmäßige Pflege. Das sei wirkungsvoller, als sich erst dann einzucremen, wenn die Haut spannt oder juckt, sagt der Facharzt. Und weil die Haut an Armen und Beinen häufig trockener sei als im Gesicht, sollte der ganzen Körper eingecremt werden.

Zur Austrocknung der Haut kommt im Winter der Lichtmangel. Hautbeschwerden wie Schuppenflechte und Neurodermitis, die durch Licht abnähmen, verstärkten sich im Winter, berichtet der Facharzt. Abhilfe verschaffe eine Lichttherapie.

Dagegen brauche die Haut im Winter einen Lichtschutz nur im Hochgebirge. Wer zum Skifahren in die Berge fährt, sollte seine Haut mit Sonnencreme schützen.

Auf jeden Fall gilt auch im Winter: Ein Spaziergang an der frischen Luft ist gesund. Bewegung fördere die Durchblutung, das Licht sei wichtig für die Haut und beuge Depressionen vor.

Ein typisches Winterkrankheitsbild für den Hautarzt ist die Kälteutikaria. Es handelt sich um eine Quaddelbildung, bei der es an den der Kälte ausgesetzten Hautbereichen zu Schwellungen, Jucken und Brennen kommt, ähnlich wie bei einer allergischen Hautreaktion. Ausgelöst wird dies besonders bei feuchter Kälte.

Ein weiteres, häufig auftretendes Krankheitsbild: Frostbeulen an den Füßen. Es sind juckende, brennende Hautstellen, die beim Aufwärmen schmerzen. Betroffen sind überwiegend jüngere Menschen mit niedrigem Blutdruck und der Neigung zu kalten, feuchten Füßen.

Bei starker Kälte kann es zu Erfrierungen kommen. Vor allem dann, wenn man sich ohne Handschuhe an einem Eisengeländer festhält. Und Vorsicht bei Festen: Alkohol verstärkt die Wärmeabgabe, der Körper kühlt schneller aus und ist vor Erfrierungen schlechter geschützt.

Von Bettina Mangold

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