Die Gruppe Wut setzt sich für Kinder ein, die anders sind – Symposium in Melsungen

Gruppe Wut will über Wahrnehmungs- und Leistungsstörungen informieren 

+
Seit 19 Jahren bei Wut: Eliesabeth Rose Hassel.

Melsungen. Die Gruppe Wut ist seit vielen Jahren Anlaufstelle für Kinder, die unter Wahrnehmungs- und Leistungsstörungen leiden, und Eltern, die nicht mehr weiter wissen. Mit einer großen Veranstaltung in der Melsunger Stadthalle will die Gruppe nun das Thema an die Öffentlichkeit tragen.

Vor 19 Jahren gründete sich die Gruppe Wut, die für „Wahrnehmungs- und Teilleistungsstörungen/-stärken“ steht. Zehn Frauen schlossen sich zusammen. Wut, dieser Name stand damals auch für die Wut der Mütter und Väter, die mit ihren Fragen nirgends so richtig weiter kamen.

Viele Eltern haben sich in der Gruppe engagiert, die jeden Monat einen Treff zum Austausch anbietet. Im Laufe der Jahre sind die Fragen andere geworden. Die Schwerpunkte haben sich immer mehr in Richtung Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom hin entwickelt, das mit (ADHS) und ohne Hyperaktivität (ADS), sagt Eliesabeth Rose-Hassel.

Ihr Name ist von Beginn an mit der Gruppe verbunden, die als eine der ersten bundesweit dieses Thema aufgenommen hat. Ihr Anknüpfpunkt war vor 19 Jahren, als sie bei der Melsunger Turngemeinde und beim TSV Röhrenfurth als Übungsleiterin Kinderturnen anbot - und auf motorische Schwächen bei Kindern aufmerksam wurde.

Sie befasste sich mit dem Thema intensiv, las Fachliteratur, sprach mit Fachleuten wie Ärzten, Lehrern und Pädagogen. Oft suchten Mütter ihren Rat. Das ist bis heute so geblieben. Mütter rufen an und „ich höre mir an, wo es klemmt“, erzählt Eliesabeth Rose-Hassel. Ihre Motivation: „Kleine Seelen sind so zerbrechlich. Sie brauchen einen Anwalt, weil sie keine Lobby haben.“

Neben dem Ehrenamt für die Gruppe Wut, in dem Eltern Fragen erörtern, hat sich Eliesabeth Rose-Hassel über ein Studium fachlich qualifiziert. Inzwischen beschäftigt sie sich hauptberuflich mit Kindern und Jugendlichen, deren Lebensweg häufig nicht geradlinig verläuft. Die an einem System zu scheitern drohen, die vielleicht die Diagnose ADS, ADHS oder Legasthenie bekommen haben. Sie weiß: „Wenn Grundschüler geduckt mit gesenktem Haupt durchs Leben gehen, das ist der falsche Weg.“

Ungerechtigkeit kann Eliesabeth Rose-Hassel nicht ertragen. Oft hat sie Eltern beispielsweise geraten, sich gegen eine Empfehlung zu wehren, ihr Kind auf die Sonderschule zu schicken – mit Erfolg. Mehrfach habe sie eine Sonderschulempfehlung mit abwenden können.

In allen Fällen schafften diese Schüler einen Schulabschluss, vom Hauptschulabschluss mit anschließendem Lehrvertrag für eine Berufsausbildung bis hin zum Abitur.

Unter dem Titel „Wut ist erwachsen“ lädt die Gruppe für Mittwoch, 16. November, von 18 bis 21 Uhr zu einem Symposium in die Stadthalle Melsungen ein. Die Themen: „Auffälliges Kind - zielstrebiger Erwachsener. Wie kann das gelingen?“; AD(H)S bei Kindern und Erwachsenen, Vortrag von Dr. Demut, Kinderarzt aus Kassel; „Frühe Begleitung durch gezielte Ergotherapie“, Vortrag von Harald Kimmel, Ergotherapeut aus Melsungen. (zal)

Kontakt: Eliesabeth Rose-Hassel (Obermelsungen), Tel. 0 56 61/ 92 23 48.

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare