Wenn nicht jetzt, wann dann

CDU-Parteitag wählt Mark Weinmeister zum Kandidaten für Landratswahl

Gratulation nach der nahezu einstimmigen Wahl: CDU-Landratskandidat Mark Weinmeister (links) aus Guxhagen mit Ehefrau Konstanze und dem CDU-Kreisvorsitzenden Bernd Siebert (Gudensberg).

Homberg. Fast wären die 100 Prozent voll gewesen: 139 von 140 Delegierten stimmten am Samstag beim Parteitag der CDU Schwalm-Eder in der Homberger Stadthalle für den 47-jährigen Mark Weinmeister als ihren Kandidaten bei der Wahl zum neuen Landrat des Kreises am 29. März.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ lautete das Motto, das als Schlager auch musikalisch durch die Stadthalle tönte. Die CDU habe jetzt die Chance, zum ersten Mal den Landrat stellen zu können, sagte CDU-Kreisvorsitzender Bernd Siebert. Was viele Jahre lang kaum möglich erschienen sei, rücke in greifbare Nähe. Deshalb habe sich die CDU entschlossen, ihren besten Mann ins Rennen um das Landratsamt zu schicken.

Das sei ohne Zweifel Mark Weinmeister, ein Gewächs seiner Heimat, der sich nirgends so wohl fühle wie hier. „Es bedurfte keiner Überredungskunst, ihn zu überzeugen zu kandidieren“, sagte Siebert.

Zudem habe Weinmeister lange politische Erfahrung, sehr gute Kontakte nach Berlin und Brüssel in seiner aktuellen Funktion als Staatssekretär in Wiesbaden, und er habe es gelernt, eine Verwaltung zu führen. „Das ist wichtig für unseren Kreis, das wurde in den vergangenen Monaten vernachlässigt“, betonte der Kreisvorsitzende, der überzeugt ist, dass „ eine neue Zeit beginnen wird“.

In einer Gedenkminute gedachten die Delegierten dem verstorbenen Landrat Frank-Martin Neupärtl, bei dessen Wiederwahl 2014 die CDU keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hatte.

Beim nächsten CDU-Parteitag werde ein Christdemokrat als Landrat das Grußwort sprechen, kündigte Mark Weinmeister in seiner Vorstellungsrede optimistisch an. Er betonte, dass die CDU die historische Chance habe, zum ersten Mal die Führungsposition im Schwalm-Eder-Kreis zu besetzen.

Weinmeister hob seine Heimatverbundenheit heraus: „Ich kenne die Menschen, die Orte, ich weiß, wo es hakt“, sagte er und sprach demografischen Wandel und gesundheitliche Versorgung, Infrastruktur und schnelles Internet, attraktive Arbeitsplätze und gute Schulbildung an. In all diesen Bereichen könne und müsse der Landrat wichtige Impulse geben.

Deutliche Kritik übte er an den Planern der Stromtrasse Südlink: Das sei ein Höchstmaß an Dilettantismus gewesen, was dort den Menschen geboten wurde, sagte er. Er werde dafür kämpfen, dass endlich vernünftige Vorschläge gemacht werden zum möglichen Trassenverlauf. Wo nötig, sollten Erdkabel verlegt werden.

Dass er bei der Wahl wohl gegen seinen Freund Winfried Becker (SPD) antreten wird, sieht er nicht als Problem. Dazu seien beide Profis mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. „Wir werden auch danach Freunde bleiben“, war Weinmeister sicher: „Ich als Landrat, er als Erster Kreisbeigeordneter!“

Es werde dem Landkreis außerdem gut tun, wenn Landrat und Erster Kreisbeigeordneter einmal gut zusammenarbeiten würden.

Er sei bereit, den Karren zu ziehen als CDU-Landratskandidat, sagte Weinmeister. Er fände es aber auch schön, wenn andere hinten kräftig schieben würden.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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