Wenn Regen zum Problem wird: Wasser kann man auch versickern lassen

Schlierbach. Für Verwirrung und Ärger in Schlierbach sorgte eine Veröffentlichung der Gemeinde. Darin hieß es, dass „alle Dachrinnen an die neue Regenwasserleitung angeschlossen werden müssen“.

Bei einer Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus machten die Schlierbacher ihrem Unmut Luft, erfuhren aber zugleich, unter welchen Bedingungen sie Regenwasser auf ihren Grundstücken versickern lassen können.

Über die rechtlichen Grundlagen, Ziele und Möglichkeiten, Regenwasser versickern zu lassen, sprach Elmar Petrin, von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises. Er machte deutlich, dass Regenwasser nur dann versickert werden darf, wenn keine Verschmutzung in den Boden und damit in das Grundwasser gelangt.

Vor allem aber müsse der Boden das Wasser aufnehmen können – es dürften keine schluffigen und tonigen Böden sein – und das Grundstück müsse groß genug sein. Beachtet werden müsse unter anderem auch, ob die Gemeinde in einer Schutzzone liege und ob der Boden einen Versicherungstest bestanden habe. Vor allem aber dürfen andere Gebäude keinen Schaden durch die Versickerung erleiden. Es gebe zwar keinen Zwang, das Regenwasser an den Kanal anzuschließen.

Allerdings vertrat der Experte die Ansicht, vor einer Versickerung den Boden untersuchen zu lassen, um Probleme zu vermeiden. Bürgermeister Kai Knöpper warnte davor, die Dachrinnen nicht an den Kanal anzuschließen, um „Geld zu sparen und dann Wasser im Keller zu haben“. Das Regenwasser von versiegelten Flächen zu versickern sei möglich, wenn die Voraussetzungen erfüllt und von Fachleuten geprüft seien. Verunsichert waren die Schlierbacher auch wegen der Kosten bei der künftigen getrennten

Abwasserberechnung. Wie hoch sie ausfallen, konnte Knöpper noch nicht sagen, denn die Gemeinde sei dabei, die Flächen aufzunehmen. Aus eigener Erfahrung berichtete er, dass er für ein Hausdach mit einer Draufsichtfläche von 150 Quadratmetern 75 Euro im Jahr zahle.

Quelle: HNA

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