Drei Spangenberger haben mithilfe eines Gitarren-Profis ein Instrument gebaut

Drei Spangenberger haben mithilfe eines Gitarren-Profis ein Instrument gebaut

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Feinstarbeit: Lucas Lambach (von links), Peter Szymura, Patrick Sandrock und Marvin Zorr verbrachten über 20 Stunden mit der Arbeit an der E-Gitarre.

Spangenberg. Flugzeuge, Schiffe und Eisenbahnen: Versierte Hobby-Handwerker und Bastler können mit gekauften Bausätzen so ziemlich alles nachbauen. Drei Hauptschüler der Spangenberger Burgsitzschule holten sich nun professionelle Unterstützung, um ihre Lieblingsgitarre mit Hilfe eines Bausatzes zu kopieren.

Diese ist Hauptbestandteil einer schulischen Projektprüfung und wird von einem Prüfungskomitee bewertet.

Als sich Marvin Zorr, Patrick Sandrock und Lucas Lambach vor über einem Monat Gedanken zum Thema ihrer Projektprüfung machten, waren sich die drei Neuntklässler sofort einig. „Wir wollten eine E-Gitarre selber bauen“, sagt der 15-jährige Lucas aus Spangenberg. „Wir hören gerne Rockmusik und wollten wissen, wie diese Musik entsteht, und wo der Klang herkommt“, erzählt Patrick Sandrock aus Konnefeld, 16 Jahre alt.

Bei der Wahl des Bausatzes entschieden sich die drei Rock-Fans nicht für irgendeine Gitarre, sondern für das Modell „Les Paul“ der Marke Gibson. „Das ist einfach eine sehr gute Gitarre“, schwärmt der 14-jährige Marvin Zorr. Außerdem habe auch der ehemalige Leadgitarrist einer ihrer Lieblingsbands dieses Instrument gespielt.

Handwerklich begabt, machten sich die Freunde sofort an die Arbeit, stießen aber auch auf erste Probleme: „Ich hatte schon die Tonregler eingebaut und wollte alles verkabeln. Das war aber zu schwer, denn ich hatte keinen Schaltplan“, erzählt Patrick Sandrock.

Über Musiklehrer Stefan Metz, der die drei während ihrer Projektarbeit betreute, kam der Kontakt zu Peter Szymura zustande. Mit dem 63-Jährigen aus Altmorschen, der ein eigenes Tonstudio im Keller hat und einen Gitarren-Service betreibt, erhielten die Schüler professionelle Unterstützung.

„Ich war begeistert, dass junge Menschen etwas selber bauen, anstatt es fertig zu kaufen“, freut sich der 63-Jährige. „Deshalb habe ich nach einem ersten Treffen auch sofort zugesagt“, erzählt Szymura, der während seiner 35-jährigen Musikerkarriere unter anderem auch mit den Bands Schreckschuss und Vita Nova auf der Bühne stand. Heute restauriert er Gitarren.

Feinarbeit mit dem Bohrer

„Die Jungs hatten ja schon einiges selbst hinbekommen. Beim Bohren kommt es aber auf einen zehntel Millimeter an, das geht nur mit speziellem Gerät“, erklärt der Experte. Nach mehr als 20 Stunden Arbeit, die die drei Schüler zusammen mit Peter Szymura in dessen Tonstudio verbracht haben, ist die Gitarre nun fertiggestellt und funktionstüchtig. Heute wird sie dem Prüfungsausschuss präsentiert.

Darüber, wer das Unikat anschließend behalten darf, sind sich Patrick, Marvin und Lucas bereits einig. „Marvin bekommt die Gitarre. Er hat den Bausatz bezahlt und kann am besten von uns spielen“, sagt Lucas.

Von Till Slawik

Quelle: HNA

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