Ortsbeirat Weißenborn beklagt die stockende Sanierung des Friedhofs

Wenn Sargträger rutschen

Am klapprigen Treppengeländer: von links Elke Kochler, Uwe Lippert und Stefan Hofmann vom Ortsbeirat Weißenborn. Foto: Feser

Weissenborn. Bei nassem Wetter wird der Friedhof Weißenborn zur Rutschpartie. Das Gelände liegt an einem Hang, und die grasbewachsenen Flächen zwischen den Gräbern werden zur glatten Herausforderung – nicht für Sargträger und gehbehinderte Besucher. Der Ortsbeirat fordert Abhilfe – „und das schon seit sechs Jahren“, sagt Ortsvorsteherin Elke Kochler.

Im Jahr 2006 wurde ein zusätzliches Gräberfeld auf dem Friedhof angelegt, terrassenförmig, da das Gelände am Hang oberhalb der Kirche liegt. Ebenso gibt es ein Gräberfeld speziell für Urnen im unteren, schrägen Bereich des Friedhofs. Dort sind bereits sieben Plätze belegt.

Für weitere Maßnahmen, etwa die Befestigung der Wege, eine breitere Treppe mit neuem Geländer und eine Begradigung des Urnenfeldes, fehlt das Geld. „Es ist nicht zu akzeptieren“, sagt Ortsvorsteherin Elke Kochler, „dass der Friedhof in einem so unwürdigen Zustand gelassen wird.“

Erst kürzlich habe es eine Beerdigung gegeben, wo eine gehbehinderte Mutter nicht an das Grab ihres Kindes kommen konnte: Das Weg war für den Rollstuhl unpassierbar. Denn es gibt auf dem Friedhof keinen behindertengerechten Aufgang zum oberen Gräberfeld. Und es gibt weitere Missstände: „Das Treppengeländer an der unteren Treppe ist ein wackeliges Provisorium, und in der Mitte fehlt ein Bewässerungsbehälter“, zählt Elke Kochler auf, „es geht uns nicht um Verschönerungsmaßnahmen, sondern um Grundsätzliches.“

2009 und 2010 standen jeweils 10 000 Euro für die Sanierung des Friedhofs im Haushalt. Getan habe sich nichts. „Der Gemeindevorstand und der damalige Bürgermeister haben sich nicht darum gekümmert“, sagt Ortsvorsteherin Elke Kochler. Durch die Einführung der Doppik sei der Betrag nicht in den neuen Haushalt übertragen worden.

In seiner März-Sitzung hatte das Gemeindeparlament mehrheitlich mit den Stimmen von SPD und UWG abgelehnt, hierfür Geld in den Haushaltsentwurf 2012 einzustellen (wir berichteten). Es wurde angekündigt, dass die Wünsche aufgrund der Finanzsituation der Gemeinde im laufenden Haushaltsjahr 2012 nicht darstellbar seien, sondern erst 2013.

Mittlerweile gibt es Bewegung in Sachen Friedhof: Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde wird sich in seiner nächsten Sitzung im Mai des Themas annehmen. Das teilte Bürgermeister Norbert Miltz auf HNA-Anfrage mit. Sollte der Ausschuss zu dem Ergebnis kommen, dass vorab Handlungsbedarf bestehe, „kann es sein, dass die Baumaßnahme Friedhof im Nachtragshaushalt berücksichtigt wird“, so Miltz weiter. Die Entscheidung darüber werde aber letztendlich das Gemeindeparlament treffen.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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