Besondere Sportart: Wenn Schwälmer marschieren

Zellaer Wanderfreunde nahmen an einem 100-Kilometerlauf in Belgien teil

Gerhard Wahl

Als Steigerung des Wanderns kann der Marsch verstanden werden. Dieser Form der Fortbewegung haben sich die Wanderfreunde Zella verschrieben. Ihr jährlicher Höhepunkt ist der Dodentocht-Marsch in Belgien.

Zella. Wandern ist Gehen in der Landschaft. Dabei handelt es sich um eine Freizeitaktivität mit unterschiedlich starker körperlicher Anforderung, die sowohl das mentale wie physische Wohlbefinden fördert, so die Definition des deutschen Wanderverbands. So sehen es auch die Marschierer: „Ob Mann oder Frau, jung oder alt - Marschieren ist ein Sport für jedermann“, sagt der Vorsitzende der Zellaer Interessensgruppe Gerhard Wahl.

Die außergewöhnliche Wandergruppe umfasst viele Altersgruppen. Der jüngste Marschierer ist 24, der Älteste 62 Jahre. Der Wandersport verbindet aber nicht nur die Generationen, sondern ist auch eine überaus kostengünstige Freizeitbeschäftigung mit internationalem Flair. „Man trifft beim Marschieren Leute aus den verschiedensten Ländern und kommt auf der Strecke sofort ins Gespräch“, beschreibt Jan-Henrik Ebers die familiäre Atmosphäre gerade bei den internationalen Märschen.

12 000 Teilnehmer

Innerhalb von 24 Stunden mussten die Teilnehmer aus Zella auch in diesem Jahr in Belgien 100 Kilometer am Stück zurücklegen. Angesichts der großen Entfernung und der Dauer wird deutlich, dass solche Märsche wenig mit einer entspannten Wanderung durch das Knüllgebirge gemein haben. „Der 100-Kilometer-Marsch war so ein Ding, das ich mir unbedingt beweisen wollte“, erklärt Ebers seine Motivation für die Teilnahme an der zu Deutsch Totenkopfmarsch genannten Veranstaltung mit über 12 000 Teilnehmern.

Eine gewisse Grundfitness gehört bei der Ausübung des Sports dazu, sind sich die Extremwanderer einig.

Der 54-jährige Gerhard Wahl läuft regelmäßig zur Arbeit und bereitet sich im Sportclub Steinatal auf die jährliche Belgientour vor und auch seine Wanderfreunde betätigen sich in ihrer Freizeit auf die verschiedensten Arten sportlich.

„Es gibt Momente, da trottet man nur noch vor sich hin und denkt, man schläft.“

Marschieren ist kein Schönwettersport, und nicht jeder schafft es ins Ziel. Beim Dotendocht-Marsch liegt die Abbrecherquote laut Veranstalter bei annähernd 50 Prozent: „Die ständigen Wetterwechsel stellten in diesem Jahr in Belgien eine große Herausforderung dar, und manchmal ist der innere Schweinehund einfach stärker“, erklärt Jan-Henrik Ebers. Gerhard Wahl ergänzt: „Es gibt Momente, da trottet man nur noch vor sich hin und denkt, man schläft.“

Nach dem Extremerlebnis Dotentocht-Marsch gehen die Wanderfreunde als Jahresabschluss beim Fulda-Marsch in der Rhön am 4. Oktober noch einmal gemeinsam an den Start. Interessenten, die Lust haben, ihre Grenzen kennenzulernen und mindestens 16 Jahre alt sind, können sich bei den Wanderfreunden jederzeit melden und einfach mal in ein außergewöhnliches Hobby hineinschnuppern. „Wer einmal dabei war, läuft immer wieder. Für uns ist es ein Stück Urlaub mit positivem Stress“, erklärt Gerhard Wahl mit einem Schmunzeln.

Von Matthias Haaß

• Informationen und Kontakt unter: www.zellainderschwalm.de/vereine/wanderfreunde-zella

Quelle: HNA

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