Interkommunale Zusammenarbeit bei regenerativer Stromerzeugung

Gudensberg. Die Stromnetze im Norden des Schwalm-Eder-Kreises sollen ohnehin rekommunalisiert werden. Nun folgt die zweite Energiesensation: Die Chattengaukommunen wollen mit der Stadt Baunatal einen interkommunalen Windpark bauen und eine Bürger-Energie-Genossenschaft unter Beteiligung der VR-Bank Chattengau gründen.

25 Millionen Euro sollen in die fünf 200-Meter-Windenergieanlagen auf dem Langenberge investiert werden. Die Eigenkapitalausstattung der Betreibergesellschaft soll bei zehn Millionen Euro, also etwa 40 Prozent, liegen. Die Stadt Gudensberg etwa plant, sich mit zwei Millionen Euro zu beteiligen. Das Geld soll der Rücklage entnommen werden. Der Beschluss dafür wurde am Donnerstag gefasst.

Korbacher VEW als Partner

Als Partner ist das Verbands-Energie-Werk Korbach (VEW), eine 100-prozentige Tochter des Zweckverbandes Energie Waldeck-Frankenberg im Gespräch. Der Zweckverband wiederum gehört zu 100 Prozent dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und den Kommunen Korbach, Fritzlar, Vöhl, Bad Arolsen, Diemelsee, Twistetal, Edertal, Breuna, Volkmarsen und Lichtenfels.

Bei der Auswahl des strategischen Partners war es wichtig, ein regional verankertes Unternehmen zu finden, das über das notwendige Fachwissen verfügt und durchschaubare Strukturen hat, sagte Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner.

Die VEW soll Anteile von 25 bis 35 Prozent an der Betreibergesellschaft erwerben, während die Summe der Anteile der Kommunen und der Bürgerenergiegenossenschaft 50 Prozent plus X betragen soll. Keinesfalls wolle man ein überregional tätiges Unternehmen ins Boot holen, erklärte Frank Börner in der Sitzung weiter.

Ziel sei es, die Wertschöpfung in der Region zu lassen. Daher sei die VR-Bank Chattengau als weiterer Partner ideal. Die Bank plant ihrerseits, Geld in den Park zu investieren; laut Börner sollen diese Investitionen auch im einstelligen Millionen-Bereich liegen.

Einlagen ab 500 Euro

Außerdem ist geplant, dass die Bank die Bürger-Energiegenossenschaft führt und die Einlagen der beteiligten Einwohner verwaltet. Die können sich mit Einlagen ab 500 Euro Genossenschaftsanteile kaufen. Bisher soll die Teilnahme auf Menschen aus den vier Kommunen beschränkt sein. Eine Erweiterung auf Einwohner Schauenburgs ist indes im Gespräch.

Eigentümer der Flächen auf dem Langenberge sind die Waldgenossenschaften Besse und Gudensberg sowie die Waldinteressentenschaft Großenritte. Der Magistrat der Stadt Gudensberg wurde bemächtigt, eine Regelung über die Nutzung der Grundstücke zu treffen.

Der Zeitplan: • bis 6/2012 Flächenuntersuchung und Gutachten. • bis 6/2013 alle Genehmigungen und Detailplanung. • bis 12/2013 Genehmigungsverfahren und Einreichung des Bundesimissions-Antrags. • bis 10/2014 Bauphase und anschließend bis etwa 2040 Inbetriebnahme

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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