Unternehmerin soll über 1100 Euro zahlen 

„Kölner Masche": Werbefirma zockte 78-Jährige aus Melsungen ab

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Reingefallen: Eine 78-Jährige aus Melsungen ist auf die Kölner Masche reingefallen. Sie wurde am Telefon zum Unterschreiben eines Faxes gedrängt. Das Symbolbild zeigt eine andere Seniorin.

Melsungen. Seit Monaten kursieren in der Region dubiose Angebote für überteuerte Werbeveröffentlichungen. Auch eine Unternehmerin aus Melsungen sollte jetzt blechen. Sogar ein Schweizer Inkassounternehmen hat sich eingeschaltet. 

Über 800 Euro sollte die 78-Jährige für Werbeveröffentlichungen bezahlen. Sie leistete die Zahlung nicht und nun hat sich ein schweizerisches Inkassounternehmen eingeschaltet. Mittlerweile soll die Melsungerin über 1100 Euro bezahlen.

Die Seniorin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, weil sie sich schämt, dass sie auf die Masche reingefallen ist, ist verzweifelt. „So etwas ist mir in den ganzen Jahren noch nie passiert. Ich war immer vorsichtig“, ärgert sie sich. Als sie den Brief des Inkassounternehmens vergangenes Wochenende aus dem Briefkasten zog, schwante ihr schon nichts Gutes. „Da habe ich sofort an das Fax von damals gedacht.“

Angefangen habe alles vor zwei Jahren. Aus heiterem Himmel habe die Selbstständige per Fax eine Rechnung über 800 Euro erhalten. Absender: Print Media Koncept – eine bekannte Firma, wenn es um die Kölner Masche geht. „Ich habe aber vorher nie irgendetwas unterschrieben, da bin ich mir ganz sicher“, erzählt die Frau.

Angeblich Vertrag für Werbebroschüren abgeschlossen 

Angeblich hatte die Melsungerin einen Vertrag über die Verteilung von Werbebroschüren für ihr Unternehmen abgeschlossen, wofür sie nun bezahlen sollte. „Das ist aber Quatsch. Hier hat nie jemand Werbung für mich verteilt.“ Weil sie die Rechnung ignorierte, folgten einige Tage später mehrere Telefonanrufe der Firma. Immer wieder habe die Dame am Telefon auf sie eingeredet, dass sie doch das Fax unterschreiben soll.

Als sich die Melsungerin weigerte, versprach ihr die Dame, dass sie aus dem Vertrag wieder aussteigen kann – allerdings nur, wenn sie das Fax mit Stempel und Unterschrift zurückschickt. „Ich wollte, dass es endlich ein Ende hat und ich wieder meine Ruhe“, begründet die 78-Jährige, warum sie sich zur Unterschrift überreden ließ. „Und angeblich konnte ich nur noch an diesem Tag aus dem Vertrag wieder raus. Die haben mich richtig unter Druck gesetzt. Die Frau war richtig frech am Telefon.“

Weil die Melsungerin ein ungutes Gefühl überkam, nachdem sie das Fax unterschrieben zurückgeschickt hatte, verschickte sie zwei Tage später einen Widerruf per Einschreiben.

Einige Tage später folgte wieder ein Anruf der Firma: Der Widerruf würde nicht anerkannt. Nach dieser Nachricht ließ die Melsungerin das Ganze einfach ruhen, ohne zu bezahlen. „Ich habe dann auch nichts mehr gehört.“ Doch die Sache hatte sich nicht einfach erledigt. Weil die Seniorin die Rechnung nicht beglichen hatte, schaltete Print Media Koncept ein Inkassounternehmen ein, um die Forderung einzutreiben. Wegen Mahnkosten beläuft sich die Rechnung nun auf 1100 Euro. „Ich weiß nicht weiter. Nun muss ich mir wohl einen Anwalt nehmen. Bezahlen werde ich das sicherlich nicht.“

Quelle: HNA

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