Trutzhainer haben Waschbären gesichtet - Obst ist für die Raubtiere eine Delikatesse

Sie werden zur Plage

In der Mülltonne: Dieser Waschbär sucht nach allem Möglichen, was er fressen kann. Obst ist für ihn eine besondere Delikatesse. Foto: dpa

Trutzhain. Ungebetene Gäste tauchen immer wieder in Trutzhain auf: Waschbären. Mehrere Bewohner haben die Tiere in den vergangenen Monaten gesehen. „Den ersten Waschbär habe ich im Juli in Trutzhain entdeckt“, sagte Helmut Beutel. Dem Trutzhainer sind auch schon welche im Treysaer Sportweg begegnet.

Schon vor zwei Jahren trieben Waschbären ihr Unwesen in Trutzhain. In einem leer stehenden Haus im Oberdorf nisteten sich mehrere Waschbären ein. „Im Schornstein hauste eine Waschbärenmutter mit ihrem Nachwuchs“, berichtete Marina Wawrauschek aus der Nachbarschaft, „als der Schornsteinfeger kam, entdeckte er die bis dahin unbekannten Bewohner.“

„Waschbären können Garagentore aufmachen.“

Dr. Wulf Rheinwald

Der Waschbär gilt nicht überall als niedliches Tierchen, das zum Füttern einlädt. Er ist ein Raubtier und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Hierzulande hat er keine natürlichen Feinde. Daher stellt er für Forstleute ein Problem dar. „Der Waschbär ist ein erheblicher Störfaktor, da er sich als Allesfresser auch gerne von Vogeleiern ernährt“, erklärte Norbert Altstädt vom Forstamt Neukirchen. Da der Waschbär nachtaktiv sei, könne er nur sehr schwer bejagt werden.

Gleichwohl zeige die Jagdstatistik der vergangenen Jahre: „Immer mehr Waschbären werden gefangen oder verenden durch Unfälle“, berichtete Wolfgang Sangerhausen, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hubertus in Ziegenhain.

Dr. Wulf Rheinwald von der Nabu-Ortsgruppe Schwalmstadt bezeichnete die Waschbären als Plage: „Sie können Garagentore aufmachen, und es ist ein Kinderspiel für sie, Mülltonnen umzuschmeißen.“ Gegen die Waschbären könne man nicht viel tun: „Man kann sie einfangen und an einer anderen Stelle wieder aussetzen.“

Jedoch dürfen Lebend- und Totfallen nur mit Fangjagdberechtigung aufgestellt werden, teilte Wolfgang Sangerhausen mit. „Ohne diese Berechtigung dürfen diese Fallen nicht aufgestellt werden. Das gilt selbst für einen Jäger, der diese Schulung nicht hat.“

Unangenehme Bekanntschaft mit den Tieren machte auch Siegfried Lausmann aus Trutzhain: „Im Garten rund um den Schuppen bemerkte ich ab und zu etwas größere Kothaufen, die nicht von einer Katze oder von einem Hund sein konnten.“ Auch Nachbar Gerd Leichter bemerkte dieses Problem.

Und Forstamtsleiter Altstädt weiß, warum: Waschbären seien häufig in Siedlungen anzutreffen, wo sie Mülltonnen durchwühlen. „Für den Allesfresser ist das Obst eine Delikatesse.“ Trotz allem brauche man laut Dr. Wulf Rheinwald keine Angst vor diesem Raubtier zu haben: „Waschbären sind an sich nicht gefährlich, außer für den Straßenverkehr.“

Von Lukas Krämer

Quelle: HNA

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