Querschnitt seiner Arbeit der vergangenen zehn Jahre

Ein Werk in allen Farben dieser Erde: Sandrino Sandinista Sander wird 60 Jahre

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Sandrino Sandinista Sander

Willingshausen. Bis zum letzten Platz gefüllt war die Kunsthalle in Willingshausen zur Ausstellungseröffnung von Sandrino Sandinista Sander. „.... das alles und noch viel mehr" nennt der Spangenberger die Schau, die über 30 seiner besten Werke aus seinem jüngsten Schaffensjahrzehnt versammelt.

In Willingshausen zeigt er bereits zum dritten Mal einen Ausschnitt seiner vielfältigen Arbeit, das Experimentieren ist ihm schon immer wichtig, von der Flächenmalerei über die Neoklassische Moderne, Zeichnungen, Objekte, Installationen, Drucke und Videoarbeiten reicht die Ausdrucksspanne. Eins seiner Markenzeichen sind die großformatigen Arbeiten, für die Sander Erden, Steinmehl und Sedimentablagerungen aus der Tiefsee verwendet.

Gern kommt er Schwalm. 2007 stellte er in Willingshausen zusammen mit seiner Frau viele Werke aus, die auf Reisen aus der ganzen Welt entstanden waren. Im Jahr 2009 zog es den Künstler und Saxophonisten ein zweites Mal nach Willingshausen. Zusammen mit vielen Schülern stellte er dort seine Werke aus. Kunsthallenleiterin Kati Werkmeister hielt am Freitagabend die Einführungsrede zu der „mal monochrom minimalistisch, mal surreal-abstrakten Kunst Sanders“, gemein sei den Werken der erdige Ton, der in nicht nur in seinen Erdmalereien, sondern auch in seinen Pastellen und in den Metalldrucken immer wieder auftauche.

Ganz besonders Erde und Steinmehl, die er von vielen Plätzen der Welt zusammenträgt, hätten es ihm angetan, und es sei wirklich bemerkenswert, wie viele Farben Erde haben kann, wenn man erst einmal richtig hinschaut. Die damit erschaffenen Werke seien wie eine Einladung zur Meditation. Auch spiele der Künstler in zweifacher Weise mit der Perspektive: „Einerseits sind die Bilder so gemalt, dass sie bereits Tiefe erzeugen, andererseits trägt er tatsächlich dreidimensionale Objekte wie Fäden, aufgenähte Stoffteile und Steinmehl auf seine Bilder auf und lässt sie somit plastisch, fast reliefartig werden.“

Kati Werkmeister verwies besonders auf die Drucke auf Metall, „eine noch recht neue, experimentelle Richtung des Künstlers“. Die Kunsthallenleiterin hob schließlich besonders die figürliche Schaffensphase in der Ausstellung hervor, „mein Lieblingsbild zeigt eine Punker-ähnliche Sonnenfigur, sie führt die Nacht weg, die schon ganz müde und schwach ist“. Solchermaßen ausdrucksstarke, skurrile Figuren erinnerten an Hieronymus Bosch. Zugleich gebe es auch in Sanders kleinformatigen Gemälden einiges zu entdecken.

Kati Werkmeister freute sich besonders, dass Sander sich entschlossen habe, seine Jubiläumsausstellung zu seinem 60. Geburtstag in der Kunsthalle zu zeigen. Er selbst wolle sie ja als „eine Ode an den Landkreis“ verstanden wissen, dessen künstlerisches Zentrum Willingshausen ist. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Sonntag, 7. September.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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