„Unser Dorf hat Zukunft“: Willingshäuser überzeugten die Kommission und siegten

Wertvoller Ort zum Leben

Willingshausen. Exakt zwei Stunden hatten die Willingshäuser Zeit, um die fünfköpfige Kommission beim Regionalentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ zu überzeugen: Und das ist den Einwohnern des Malerdorfes wohl eindrucksvoll gelungen.

Ortsvorsteher Reinhold Corell und Paul Dippel vom Vorbereitungsteam sind stolz. Und überzeugt: „Willingshausen hat eine gute Infrastruktur.“ Nicht nur das haben die Willingshäuser nun schwarz auf Weiß. Auch in der Bewertung der bürgerschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten, der Baugestaltung und - entwicklung, der kulturellen Vielfalt und dem Vereinsleben schnitten die Schwälmer mit Bestnoten ab und wurden Gruppensieger.

Neben dem Alleinstellungsmerkmal als einstige Malerkolonie habe sich der Ort prächtig entwickelt, sagt Corell: Alte Häuser erführen eine sinnvolle Umnutzung, etwa als Apotheke. „Die Alte Schule war bis 1988 in kommunaler Hand. Die private Übernahme mag als frühes Beispiel für eine gelungene Reprivatisierung öffentlicher Gebäude gelten“, erklärt der Ortsvorsteher. Überdies sei die Apotheke ein wichtiges Element der öffentlichen Grundversorgung.

Auch innerorts gebe es Beispiele für alternative Nutzung. Statt Bauplatz auf der grünen Wiese habe die Familie Braun eine Fachwerkscheune zu Wohnraum umgebaut. Einem Fachwerkhaus neues Leben eingehaucht hat auch die Familie Zimmermann. „Hier ist ein schmuckes Ferienhaus entstanden“, sagt Dippel.

Für die Idee eines Mehrgenerationenplatzes setzt sich aktuell der Ortsbeirat ein. „Dafür haben wir hart gekämpft, aber es hat geklappt“, erklärt Corell. Da der Spielplatz in der Dorfmitte nur noch wenig genutzt werde, soll das Areal künftig für andere Altersgruppen erweitert werden. „Entstehen soll eine Art Tribüne, so dass sich das Areal für Veranstaltungen eignet. Die Umsetzung soll mithilfe von Förderung und bürgerschaftlicher Eigenleistung erfolgen.“

Reges Vereinsleben

Die bestehende Infrastruktur kann sich sehen lassen: Neben Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben gebe es etwa den Hofladen der Dorfmühle und der Familie Dörr. Der landwirtschaftliche Betrieb produziert Eier und Kartoffeln.

Die „Gürre Stubb“ der Kalbfleischs verbinde Schwälmer Kochtradition und Herberge – sie sei beliebte Unterkunft der Malschüler. Zum Vereinsleben gehöre unter anderem die Feuerwehr: „In Eigenleistung wurde die frühere Remise als damaliger Anbau des Reuternhauses neben das Gerätehaus versetzt. Dort ist ein Grillplatz entstanden“, erklärt Corell. Das Pfarrhaus soll künftig Haus der Vereine werden.

Alles wird gern besorgt

Mutig investiert habe Holger Gimpel. Vor zwei Jahren entstand durch die Zusammenführung des Edeka-Marktes und der Metzgerei Jäckel-Gimpel ein Lebensmittelladen. Hier gelte der Wahlspruch: „Was wir nicht haben, können wir besorgen.“

Nicht zuletzt setze Willingshausen auf seine Tradition: „Die Tracht ist ein touristisches Pfund, mit dem wir wuchern können. Das Engagement bei der Euro-Art hat gezeigt, dass sich auch junge Menschen für den Erhalt einsetzen.“

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Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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