Die Wassergenossenschaft Großropperhausen wurde vor 125 Jahren gegründet

Wertvolles Gut für alle

Alles für das Wasser: Vorsitzender Arno Kilian (links) und Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Heidelbach von der Wassergenossenschaft Großropperhausen, rechts der Großropperhäuser Hochbehälter Foto: Rose

Großropperhausen. Wenn es um ihr Wasser geht, ziehen die Großropperhäuser an einem Strang. Und das seit 125 Jahren. Denn im Frielendorfer Ortsteil kümmert sich die Wassergenossenschaft seit 1889 darum, dass es für die Dorfbewohner sprudelt. Damit ist Großropperhausen einige der wenigen Orte in der Region, der für sein Trinkwasser selbst sorgt.

Wenn es nach dem Vorsitzenden Arno Kilian und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Heidelbach geht, soll das noch lange so bleiben. „Wir regeln den Betrieb fast ausschließlich ehrenamtlich, jeder bringt sein Wissen ein“, erklären sie.

Das erste Wasser floss 1889 mithilfe einer Hebeleitung aus dem „Seltersborn“ bei Seigertshausen. 1895 wurde der erste Hochbehälter mit 150 Kubikmetern Fassungsvermögen gebaut. In den 1950er-Jahren wuchsen die Bevölkerungszahlen, Wasser wurde knapper. Die erste Tiefbohrung 1952 ging 86 Meter in die Tiefe, 1976 folgte eine zweite, die Förderpumpe hängt in 100 Metern Tiefe. Bis 1965 wurden nach und nach die kleineren Leitungen geschlossen und zu einer großen zusammen gelegt. „Aus hygienischen Gründen“, erklärt Kilian.

Eine finanzielle Bewährungsprobe sei Ende der 1980er-Jahre ein Leck im Hochbehälter gewesen. „Der neue Hochbehälter kostete im Jahre 1991 insgesamt 800 000 Mark. Alle Genossen mussten zusätzliche Geschäftsanteile zeichnen“, erinnert sich Heidelbach. Es folgte die Verlegung einer Pumpleitung, eine Entsäuerungsanlage war in Planung. 2002 wurde die Anlage mit 600 Meter Pumpleitung in Betrieb genommen. Kosten damals: 380 000 Mark. Aktuell ist der erste Brunnen am Netz, der zweite werde als Reserve genutzt, so Kilian. „Im Jahr verkaufen wir 30 000 Kubikmeter.“ Der Wasserpreis liege derzeit bei 1,80 Euro und sei damit gegenüber den Frielendorfer Ortsteilen günstiger. Pro Tag würden 90 Kubikmeter in den Ort gepumpt, die Kapazitäten reichten für 200.

Wassermeister stets im Dienst

Eine der wichtigsten Aufgaben falle dem Wassermeister Walter Schmidt zu. „Egal ob sonn- oder feiertags. Wenn das Wasser nicht fließt, läuft das auf seinem Handy ein“, sagt Kilian. Und die Anforderungen an die Herstellung des Lebensmittels Trinkwasser seien hoch, betont Heidelbach: „Wir mussten doppelte Buchführung einführen, drei Mal im Jahr müssen die Wasseruhren abgelesen werden“, nennt er einige der Auflagen. Die Uhren selbst müssten alle sechs Jahre ausgetauscht werden.

Kleinere Reparaturen erledige man selbst: „Die Zeiten, wo die Genossen noch selbst Gräben ausheben mussten, sind aber vorbei“, sagt der Vorsitzende. Die Genossenschaft werde vielmehr als Dienstleister wahrgenommen. „Aber den Betrieb am Laufen zu halten, ist mitunter mit Aufwand verbunden“, erklären die Großropperhäuser.

Alle Gewinne würden reinvestiert. Die letzte große Investition tätigte die Genossenschaft bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt, wo neue Leitungen verlegt wurden. „Bei solchen Summen wird es einem mulmig. Aber wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren in ruhigeren Fahrwassern unterwegs sind“, sagt Heidelbach. Die Genossenschaft hatte 400 000 Euro für größere Leitungen ausgegeben. (zsr)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare