Kammerjäger im Dauereinsatz – Erster Bäckerwagen geschlossen

Wespenplage sorgt für Infektionsgefahr

Schwalm-Eder. Schädlingsbekämpfer haben derzeit im Schwalm-Eder-Kreis viel zu tun: Die Wespenpopulation ist in diesem Jahr geschätzte 30 bis 50 Prozent größer als in den Vorjahren.

Der Bad Zwestener Schädlingsbekämpfer Björn Nöchel entfernt jeden Tag vier bis fünf Wespennester. Sonst waren es zu dieser Jahreszeit nur ein bis zwei. „So viele Wespen hatten wir lange nicht mehr“, sagt auch der Biologe Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Nabu Hessen. Grund dafür sei das warme Frühjahr, in dem sich die Wespenstaaten optimal hätten entwickeln können. „Wenn es im Frühjahr noch Frost gibt, sterben viele Königinnen, und etliche Völker entstehen erst gar nicht“, sagt Eppler.

Das Problem ist aber nicht die Zahl der Tiere, es sind vielmehr die Keime, die die Aasfresser übertragen können. Diese bergen nach Auskunft des Veterinäramtes Schwalm Eder ein Risiko.

Eine Gefahr seien die Tiere vor allem, weil sie durch einen Stich oder auch den Kontakt mit Lebensmitteln Krankheitserreger übertragen können, sagt Hans-Gerhard Heil, Leiter des Veterinäramtes. „Wenn die Wespe zuvor an einem Tierkadaver war, trägt sie Keime an ihren Fühlern und Beinen.“

Deshalb müssten etwa Bäckereien Vorrichtungen treffen, um eine Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen und Kolibakterien zu verhindern. „Einen Bäckerwagen mussten wir bereits schließen“, sagt Heil. Ein weiterer werde derzeit kontrolliert.

Ein Großteil der Nester ist gar nicht sofort erkennbar. Sie sind oft in Rolllädenkästen oder der Erde versteckt. Oft kommt es auch vor, dass sich Wespen durch Rigipsdecken fressen und so ins Haus gelangen. Wer ein Nest auf seinem Grundstück hat, muss eine Firma mit der Entfernung beauftragen. Die Feuerwehr erledigt solche Aufgaben nur an sensiblen Orten wie etwa Kliniken. ZUM TAGE, nächste seite

Von Bastian Ludwig und Heike Wagner

Quelle: HNA

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