Trockenheit wirkt sich vielfach in der Natur aus - Borkenkäfer auf dem Vormarsch

Das Wetter setzt Natur zu

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Befall: An der Messerspitze sitzt ein Borkenkäfer.

Wolfhagen. Die massive Trockenheit der vergangenen Wochen ist Dauerthema. Vor allem Landwirte beklagen den fehlenden Regen, befürchten sie doch Ernteausfälle.

Aber auch Hobbygärtner sind nicht glücklich mit der Situation, weil das Erdreich verhärtet ist und sie den Wasserhahn weit aufdrehen müssen, um die Pflanzen zu versorgen.

Auffällige Wetterperioden machen sich auch in der Tierwelt bemerkbar. Der Ippinghäuser Vogelexperte Matthias Roth nennt Beispiele. Zugvögel wie der Sumpfrohrsänger oder der Neuntöter sind noch nicht alle in ihren Brutrevieren in der hiesigen Region angekommen. Das sei ungewöhnlich, sagt Roth, denn normalerweise müssten sie schon alle hier sein. „Das hängt allerdings diesmal mit zu feuchtem Wetter im Mittelmeerraum zusammen“, erklärt der Ornithologe. Durch anhaltende Regenfälle seien die Vögel vor den Alpen lange hängen geblieben, kommen daher verspätet in ihren Sommerquartieren in Deutschland an.

In unserer Region hätte man in den vergangenen Wochen gern etwas von dem Resen aus dem Süden abbekommen. Denn die Trockenheit setzt zunehmend Flora und Fauna zu. Schwalben beispielsweise haben Probleme, ihre Nester zu bauen, weil sie für den Bau Klümpchen brauchen - und dafür Wasser. Pfützen, aus denen sie sich gern bedienen, sind derzeit jedoch rar.

Orchideen

Betroffen sind auch Pflanzen, ganz besondere sogar: Orchideen. Durch das milde Wetter im April blühten sie früh und prächtig, dann wurde es Anfang Mai nachts noch einmal recht kalt - und die Blüten bekamen einen Schlag ab.

Kirchbaumbesitzer haben ebenfalls keinen wirklichen Grund zur Freude. Während der kräftigen Blüte haben die Bäume durch die wenigen Frosttage gelitten, das wird sich negativ auf den Ertrag auswirken.

Sorgenfalten haben gegenwärtig auch Forstleute auf der Stirn. Fichten etwa stehen zunehmend unter Stress, sagt der Leiter des Forstamtes Wolfhagen, Uwe Zindel. Ihnen geht das Wasser aus. Profiteure davon sind die Borkenkäfer. Sie sitzen unter der Rinde, schädigen den Wasserfluss im Baum und vermehren sich. Zindel: „Wir sind jetzt in erhöhter Aufmerksamkeit, um die Befallsherde zu entdecken und die Bäume zu fällen und sie dann aus dem Wald zu bringen, damit sich die Käfer nicht noch zusätzlich ausbreiten.“

Früh aktiv

Sein Kollege, Revierförster Friedrich Vollbracht, sagt, dass die Käfer in diesem Jahr deutlich früher aktiv seien als sonst üblich. „Die Käfer gehen schon jetzt tiefer in den Wald und bleiben nicht an den sonnigen Rändern.“ Das mache es für den Forst schwieriger, die Borkenkäfer zu entdecken. Die ersten von Käfern befallenen Fichten mussten im Stadtwald schon geschlagen werden.

Quelle: HNA

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