Polizei warnt vor Haustürgeschäften

Keine Pflicht zur Prüfung von Rauchmeldern - Whatsapp Kettenbrief kursiert

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Lebensretter: Schlaf- und Kinderzimmer sowie die Flure, die von Wohnräumen zum Ausgang führen, müssen mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Kontrolliert wird diese Pflicht zwar nicht, aber im Brandfall kann die Versicherung die Leistung kürzen.  

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis wollten Unbekannte bei Hauseigentümern überprüfen, ob Rauchmelder eingebaut sind. Auch ein Kettenbrief bei Whatsapp kursiert zu dem Thema.

Die Betroffenen hätten sich richtig verhalten und das Angebot nicht angenommen. Denn: Die Polizei warnt ausdrücklich vor Haustürgeschäften. Die Polizei geht derzeit jedoch nicht davon aus, dass es sich Betrüger handelt, die beispielsweise die Wohnung ausspionieren wollen. 

Die Männer gehören offenbar zu einer Firma, die Dienstleistungen im Bereich des Brandschutzes anbietet. Das ergab eine Überprüfung des Autokennzeichens. Rauchmelder sind aber natürlich Pflicht – in Schlafräumen und Fluchtwegen aus der Wohnung.

In sozialen Medien und insbesondere über den Kurznachrichtendienst Whatsapp wird derzeit eine vermeintliche Warnung vor solchen Angeboten verbreitet. Es ist schon seit Monaten die Rede vom "Whatsapp Kettenbrief Rauchmelder". 

Gibt es eine Rauchmelder-Pflicht in Wohnungen?

Ja. In allen Wohnungen müssen in den Schlaf- und Kinderzimmern sowie im Flur (Fluchtweg zum Ausgang) Rauchmelder installiert sein.

Wer ist für die Rauchmelder verantwortlich?

Das ist im Hessischen Baugesetz klar geregelt: Für den Einbau ist der Eigentümer zuständig. Dass das Warngerät funktioniert – das heißt, im Regelfall, dass die Batterie intakt ist – liegt in der Zuständigkeit des Mieters.

Wer kontrolliert, ob in den Wohnungen Rauchmelder sind?

Niemand. Auch das ist eindeutig geregelt. „Eine behördliche Kontrolle des Einbaus sowie der Betriebsbereitschaft der Melder ist nicht vorgesehen“, heißt es auf der Internetseite des zuständigen hessischen Wirtschaftsministeriums.

Wenn niemand kontrolliert: Gibt es dennoch einen Grund, Rauchmelder zu installieren?

Und ob. Es gibt sogar zwei ausgesprochen gute Gründe für die Brandmelder. Jährlich sterben mehrere hundert Menschen bei Bränden. Die meisten werden im Schlaf überrascht. Der piepende Signalton des Rauchmelders kann hier also zum Lebensretter werden.

Der zweite Grund: Wer trotz der gesetzlichen Pflicht keinen Rauchmelder hat, kann im Brandfall Ärger mit seiner Versicherung bekommen. Denn: Ist kein Rauchmelder vorhanden, kann die Versicherung ihre Leistungen kürzen. Mit einem geringen zweistelligen Betrag für die benötigten Rauchmelder kann man diesem Ärger aus dem Weg gehen. Wichtig: Rauchmelder müssen eine CE-Kennzeichnung haben, die auf die Norm DIN EN 14604 verweist.

Was rät die Polizei bei Haustürgeschäften?

Grundsätzlich warnt die Polizei immer vor Haustürgeschäften. Keinesfalls sollte man sich überrumpeln oder unter Druck setzten lassen. Die Polizei empfiehlt gerade für Alleinstehende, eine zweite Person – auch als Zeuge – hinzuzuziehen. Ein kostenfreies und unverbindliches Angebot sollte man sich immer schriftlich zustellen lassen.

Was steht in dem Kettenbrief bei Whatsapp?

Angeblich soll der Versender intern eine Meldung von der örtlichen Feuerwehr erhalten haben. Es seien organisierte Verbrecherbanden in der (jeweiligen) Region unterwegs. Diese Banden wollen angeblich überprüfen, ob Rauchmelder in Privathäusern vorhanden sind. 

So sieht der Kettenbrief aus, der zu den Rauchmeldern bei Whatsapp kursiert. Wer diese Nachricht bekommt, sollte sie nicht an seine Freunde weiterschicken, sondern ignorieren oder löschen.

Der Kettenbrief geht vermutlich auf jemanden zurück, der schlichtweg Panik unter seinen Freunden verbreiten wollte. In ganz Deutschland gab es zwar vereinzelt Trickbetrüger, die vorgaben, Rauchmelder checken zu wollen. Allerdings stehen diese Ereignisse mit großer Wahrscheinlichkeit nicht im Zusammenhang mit dem Kettenbrief. Zumindest gibt es bisher keine offizielle Information der Polizei dazu.

Wie bei allen digitalen Kettenbriefen gilt auch hier: Das Weiterverbreiten führt nur zu Panikmache. Am Ende hilft es eigentlich niemandem. Außer dem Kettenbrief - der bleibt dann noch länger im Umlauf.

Quelle: HNA

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