Homberger führen am Samstag das historische Marktplatzspiel „Die Hühnerfehde“ auf

Widerstand und Wortwitz: Homberger führen "Die Hühnerfehde" auf 

Verhärtete Fronten im Historienstück: Schauspieler der Kleinen Bühne führen am Samstag zusammen mit Hombergern das Stück „Die Hühnerfehde“ auf dem Marktplatz auf. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg. Vor zwei Jahren begeisterte ein Schauspiel über den Dörnberg-Aufstand ein großes Publikum. Jetzt erarbeitete Dr. Gerhard Grebe aus einer besonderen Begebenheit seiner Heimatstadt erneut ein Theaterstück. Die Kleine Bühne Schwalm-Eder führt „Die Hühnerfehde“ am Samstag zusammen mit Homberger Jugendlichen und Erwachsenen ab 19.30 Uhr bei freiem Eintritt auf dem Marktplatz auf.

Für Dr. Grebe gab es doppelten Anreiz, sich dieses Stoffs anzunehmen: Zum einen ist das Historienspiel eine Hommage an den Zweigverein Homberg im Verein für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel, der am Tag der Aufführung sein 50-jähriges Bestehen feiert. Daneben jährt sich das geschichtliche Ereignis nun zum 500. Mal.

Keiner kroch zu Kreuze

Das Stück erinnert an eine Geschichte aus dem Jahr 1511, als es Querelen wegen der Nachfolge des hessischen Landgrafen Wilhelm II. und der Vormundschaft für seinen Sohn Philipp gab, der später zum Landgraf Philipp der Großmütige wurde.

Das Kind Philipp war für die Amtsübernahme noch zu jung, so dass er Mündel seiner Mutter Anna von Mecklenburg sowie eines Regentschaftsrats unter Ludwig von Boyneburg wurde. Der aber sorgte für Randale: Er zog durch Hessen und verlangte mit Waffengewalt Bürgergehorsam sowie die Übergabe städtischer Privilegien.

In Homberg jedoch weigerten sich die Bürger, vor den neuen Regenten zu Kreuze zu kriechen: Ihre Treue galt der Landgräfin Anna. Einem anfänglichen Rückzug Boyneburgs folgte bald eine Offensive mit militärischer Präsenz. Ob die unbeugsamen Homberger mit blauem Auge davon kommen und wer letztendlich für die Widerständler büßen muss: Dieses Geheimnis wird auf dem Marktplatz gelüftet.

40 Charaktere

Derzeit laufen die Proben unter Regie von Almuth Karger auf Hochtouren. Ihre Herausforderung besteht darin, die Auftritte der 40 Akteure zu koordinieren und die vielen Charaktere herauszuarbeiten. Ob angriffslustig, verantwortungsbewusst, draufgängerisch oder vorwitzig: Im Zusammenspiel werfen die Persönlichkeiten ein beeindruckendes Schlaglicht auf die Homberger Historie.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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