Landrat kündigt Überprüfung der Verträge und Gespräche mit Unternehmern an

Wieder Mängel an Bussen

Verfolgten die Buskontrollen: Der Leiter der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Dirk Stippich, sowie Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Schwalm-Eder. Die Sicherheit der Schulbusse ist im Schwalm-Eder-Kreis ein heikles Thema, das Ende vergangenen Jahres noch zu einer heftigen Diskussion geführt hatte. Nun wurden erneut Schulbusse kontrolliert.

An 22 der 35 kontrollierten Fahrzeuge seien Mängel festgestellt worden, teilte die Polizei mit. Es habe sich um defekte Warnlampen, fehlende Unterlegkeile und defekte Beleuchtung gehandelt. Bei sieben der 22 Busse wurden erhebliche Mängel festgestellt. Aufgrund dieser Beanstandungen, die sich auf durchgerostete Rahmen, eine defekte Türsicherung und einen Fehler in der Bremsanlage bezogen, sei nur noch die Fahrt in eine Werkstatt gestattet worden.

In zwei Fällen werde noch ein zusätzliches Gutachten der Dekra erstellt, da diese Fahrzeuge mehrere Mängel aufgewiesen hätten. Bei den Kontrollen sei außerdem festgestellt worden, dass einige Fahrer mit den Sicherheitseinrichtungen ihrer Busse nicht vertraut gewesen seien, berichtete die Polizei.

Jan Laucke von der Dekra, der die Kontrollen als Sachverständiger begleitete, bestätigte die von der Polizei festgestellten Mängel. Allerdings wären davon nach seiner Einschätzung keine Unfallgefahren ausgegangen. Die defekte Türsicherung hätte jedoch dazu führen können, dass ein Kind verletzt worden wäre.

Der Verdacht, dass das ABS-System an einem Bus nicht funktionierte, habe sich bei einer näheren Untersuchung in einer Fritzlarer Werkstatt nicht bestätigt. In einem Fall sei das Achsschenkelspiel zu groß gewesen, an einem anderen Bus habe man festgestellt, dass die Traverse an der Wartungsklappe für den Schalldämpfer durchgerostet war.

Ärgerlich findet Laucke, dass offenbar viele Fahrer auf die vorgeschriebene Abfahrtkontrolle verzichten. An den meisten Bussen seien Mängel an der Beleuchtungsanlage festgestellt worden, die man leicht feststellen könnte, wenn man einfach einmal um den Bus gehen würde.

Schon am frühen Morgen waren die Kontrolleure ausgerückt. In Fritzlar, Homberg, Melsungen, Neukirchen, Guxhagen und Schwalmstadt wurden Busse überprüft.

Der Regionale Verkehrsdienst Schwalm-Eder wurde dabei unterstützt vom Kontrolltrupp Nordhessen, der aus Fachleuten der Polizei besteht, von Kfz-Sachverständigen sowie Mitarbeitern der Nahverkehr Schwalm-Eder (NSE).

„Ich bin erschüttert über den Zustand der Busse und das Verhalten der Unternehmer. sie haben aus der letzten Kontrollen nicht gelernt“, sagte Landrat Frank-Martin Neupärtl gegenüber der HNA.

Der Landkreis zahle sieben Millionen Euro für die Schülerbeförderung. Dafür könne man eine gute Leistung erwarten. Als Konsequenz soll geprüft werden, ob Vertragsstrafen oder gar Kündigungen ausgesprochen werden. Die Geschäftsleitungen der Busunternehmen sollten zu einem Gespräch eingeladen werden, an dem auch die Polizei teilnehmen werde.

Im vergangenen Herbst waren bei den Kontrollen an elf Fahrzeugen Mängel festgestellt worden. Bei drei Bussen waren die Beanstandungen so gravierend gewesen, dass die Polizei die Weiterfahrt untersagt hatte. Für die Kinder mussten Ersatzbusse angefordert werden. Für Irritationen hatte damals die Einschätzung von Landrat Frank-Martin Neupärtl gesorgt, der in einer Kreistagssitzung auf diese gravierenden Mängel nicht eingegangen war.

Quelle: HNA

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