Wieder neun Jahre im Steinatal: Melanchthon-Schule wechselt von G8 zu G9

Claus-Hartwig Otto

Willingshausen - Die Melanchthon-Schule Steinatal wird ab dem kommenden Schuljahr wieder die neunjährige Gymnasialzeit anbieten.

Wie Schulleiter Claus-Hartwig Otto am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, folgt das kirchliche Gymnasium damit der Entscheidung fast aller Gymnasien im Schulamtsbezirk. Die Entscheidung der Schule sei vorbehaltlich der Zustimmung der Schulkonferenz mit großer Übereinstimmung gefallen.

Laut Otto begebe sich die Melanchthon-Schule damit auf einen Weg, ohne bereits genau zu wissen, wohin er führen werde. Andererseits gestatte es die Erwartungshaltung der Eltern in der neuen politischen Situation nicht, in noch ein weiteres Jahr G8 (verkürzte Gymnasialzeit) zu starten.

Zusammen mit dem Schulträger, der Landeskirche, sei man sich aber einig, dass die Melanchthon-Schule nicht einfach in das alte Modell zurückkehrt. Vielmehr sollen verpflichtende und freiwillige Ganztagsschulelemente angeboten werden.

Der Schulleiter erklärte, dass die Befragung der Eltern durchaus Zufriedenheit mit G8 ergeben habe. „Für rund 20 Prozent unserer Schüler ist G8 sogar genau das Richtige.“ Sie sollen am Hochbegabtenstandort besonders im Blick behalten werden. Sie sollten auch weiterhin das Abitur nach acht Jahren erreichen können, „G8 ist gut zu schaffen“. Das sei auch an den Ergebnissen ablesbar, das durchschnittliche Abschneiden sei besser geworden, die Abbrecherquote nicht erheblich.

Dennoch wolle die Melanchthon-Schule den neuerlichen Wandel, da soziales, musisches und künstlerisches Lernen in der evangelischen Schule mehr Raum erhalten solle. Es habe sich gezeigt, dass mehrere Nachmittage Unterricht sich negativ auf die freiwilligen Angebote ausgewirken, „Schule ist aber mehr als Fachunterricht“.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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