Schon wieder Rehe in Dörnberg gerissen

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Blick in Richtung Bergweg: Im Zaun verfing sich ein panisches Reh, als es von einem Hund flüchten wollte. Kurt Köhler erlöste das schwerverletzte Tier. Einen Tag später wurde am Mühlengraben hinter dem Zaun ein Reh von einem Hund verletzt.

Dörnberg. Die Angriffe von Hunden auf Rehe in Dörnberg reißen nicht ab. Nachdem der Jäger Kurt Köhler kurz vor Weihnachten und am zweiten Feiertag in seinem Heimatort Rehwild, das von Hunden gerissen worden war, von seinem Leid erlösen musste, war er am 30. und am 31. Dezember schon wieder gefragt.

Am 30. Dezember, erzählte er uns gestern, war er vormittags von Bekannten angerufen worden. Im Metallzaun, der das Grundstück umgibt, steckte ein verletztes Reh, gut 15 Kilogramm schwer. Auf der Flucht war es in den Stäben steckengeblieben, kam weder vor noch zurück. Das Tier hatte Bissverletzungen, überall lagen herausgerissene Fellbüschel.

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Die Spuren im Schnee ließen keinen Zweifel, hier hatte ein Hund das Reh gehetzt und verletzt. Schwere Verletzungen hatte sich die Ricke zudem zugezogen, als sie in Panik versuchte, sich aus dem Zaun zu befreien. Kurt Köhler musste das Tier erschießen und informierte dann umgehend die Polizei.

Tags darauf wurde Karl Köhler an nahezu die gleiche Stelle gerufen. Anwohner hatten gegen 7.30 Uhr, zunächst Hundegebell, dann ein klagendes Tier gehört und wenig später ein Reh hinkend Richtung Bergweg und von dort weiter in den Wald ziehen sehen.

Kurt Köhler fand keine zehn Meter von der Stelle, an der er am Vortag das verletzte Reh fand, jenseits des Zauns am Mühlgraben Kampfspuren. Im Schnee unübersehbar Blut, herausgerissene Fellbüschel, die von einem Reh stammten. Dazu jede Menge Pfotenabdrücke eines Hundes und die Schalenabdrücke des Wildtieres.

Nachsuche erfolglos

Mit seinem Jagdhund machte sich Köhler an die Nachsuche, die er später erfolglos abbrechen musste. „Irgendwo“, sagt der 63-Jährige, „hat sich das Tier eingeschoben“, sich in eine Dickung zurückgezogen. Die Überlebenschancen des verletzten Rehs hält Köhler angesichts der Verletzungen während der zurzeit herrschenden Notzeit für sehr gering. „Vier Fälle in so kurzer Zeit“, grübelt Kurt Köhler, „wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer ist“.

Im ersten Fall war ein Polizeihund auf dem Gartengrundstück des Hundeführers der Übeltäter. Hundeführer und Jagdausübungsberechtigter haben sich nach Auskunft eines Polizeisprechers mittlerweile privatrechtlich geeinigt, der Polizist zahlte Schadensersatz.

Die drei übrigen Fälle ereigneten sich immer gegen 7.30 bis 8 Uhr und in einem eng gezirkelten Areal in der Nähe des Mühlengrabens an der Bergstraße. Zweimal sprachen Zeugen von einem „dunklen Hund“, den sie in der Nähe gesehen haben.

Die Polizei bittet die Anwohner um verstärkte Aufmerksamkeit. Hinweise an die Polizeistation in Wolfhagen, 05692/98290.

Quelle: HNA

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