Wiedereröffnung der Friseure

Mit Maske beim Friseur: Das Terminbuch ist für die kommenden Wochen voll

Seit Montag haben die Friseure wieder geöffnet. Unser Bild zeigt Friseurmeisterin Saniye Celebi mit einer von ihren ersten Kunden, Ilse Stumpf aus Elnrode.
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Seit Montag haben die Friseure wieder geöffnet. Unser Bild zeigt Friseurmeisterin Saniye Celebi mit einer von ihren ersten Kunden, Ilse Stumpf aus Elnrode.

„Eine ganz neue Erfahrung“, sagt Herbert Stumpf und lächelt. Eigentlich geht der Rentner nur zum Schneiden zum Friseur, doch wegen der Corona-Krise müssen die Haare aller Kunden vor dem Schnitt gewaschen werden, auch der Männer.

Der Elnröder und seine Frau Ilse waren gestern unter den ersten Kunden in dem Treysaer Salon von Saniye Celebi.

Die Kunden sind heilfroh 

Während im Friseurgeschäft in Gilserberg auch nach der sechswöchigen Sperrung der Friseurgeschäfte der montägliche Ruhetag wie üblich eingehalten wurde, ist Saniye Celebi froh, endlich wieder geöffnet zu haben – und ihre Kunden sind es auch. „Um acht Uhr ging es los“, sagt die Friseurmeisterin, die vor zwei Wochen ihr Telefon umstellte und die ersten Termine annahm. Seitdem steht es auch kaum noch still, vor allem gestern Morgen musste sie ständig zwischen Telefonhörer und Haarschere wechseln. „Da kommt man kaum zum Arbeiten“, so die Friseurmeisterin, die seit 20 Jahren das Geschäft City Friseur Celebi in der Treysaer Bahnhofstraße betreibt.

Vorübergehende Kurzarbeit

Für ihre drei Angestellten hatte sie vorübergehend Kurzarbeit beantragt, doch seit gestern sind alle wieder im Einsatz. „Ich bin für die nächsten zwei, drei Wochen ausgebucht“, sagt die Friseurmeisterin.

Normalerweise kann man bei City Friseur Celebi auch ohne Termin die Haare geschnitten bekommen, doch in Corona-Zeiten sind spontanen Friseurbesuche nicht möglich. „Nur unter telefonische Anmeldung, ich muss das ja planen können“, sagt Saniye Celebi. Denn nicht nur der räumliche Abstand muss gewährt werden – die Friseurmeisterin hat hierfür Markierungen auf den Boden geklebt – sondern auch zeitlich muss sie eine Viertelstunde mehr Abstand zwischen den einzelnen Terminen der Kunden einplanen.

Alles muss nach jedem Kunden desinfiziert werden

Schere, Kamm, Rasierer, Umhang: Alles muss nach jedem Kunden desinfiziert werden, der Umhang kommt in die Waschmaschine, sie hat sich extra abwaschbare neue aus Kunststoff angeschafft.

Es herrscht für Kunden und Friseure Maskenpflicht, und bevor es losgehen kann, müssen die Kunden ihre Hände desinfizieren. Während beim Waschen der Haare auch Handschuhe Pflicht sind, legt Saniye Celebi sie beim Griff zur Schere ab. „Wie soll das sonst gehen – dann würde ich mir ja ständig in den Handschuh schneiden“, sagt sie.

"Ich sehe wieder 20 Jahre jünger aus"

Ob Kurzhaar- oder Langhaarschnitt, dicke oder dünne Haare, wie man sich mit seiner Frisur fühlt, wie hart jeder Einzelne die erzwungene Pause empfunden hat, ist eine höchst persönliche Angelegenheit, dies wird beim Besuch des Salons deutlich. Während für Ilse Stumpf drei Zentimeter die optimale Länge sind, sind es bei anderen wie Turhan Kurnaz drei Millimeter, zumindest an den Seiten. „Normalerweise hasse ich es, lange Haare zu haben.“ Er sei froh, so der Treysaer, gleich für den ersten Tag einen Termin bekommen zu haben. „Ich sehe wieder 20 Jahre jünger aus“, sagt Herbert Stumpf, als er sich am Ende zufrieden im Spiegel betrachtet. Ein Vierteljahr war der Rentner nicht beim Friseur gewesen.

Von Kerstin Diehl

Sela aus dem Schwalm-Eder-Kreis hat neuen Lebensmut. Die Homberger Friseurin ist nach einer Krebserkrankung zurück in Ausbildung.

Quelle: HNA

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