Wikus baut 77 Stellen ab

Sägebandhersteller schließt komplette Abteilung

Wikus in spangenberg baut stellen ab
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Wikus in Spangenberg baut Stellen ab

Spangenberg – Schwere Einschnitte beim Sägebandhersteller Wikus in Spangenberg: 77 der 600 Stellen am Standort Spangenberg werden abgebaut. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. 69 Mitarbeiter erhalten eine Kündigung, bei acht laufen befristete Verträge aus. Komplett eingestellt werde die Produktion von Werkzeugstahlsägebändern.

Mangelnde Nachfrage, steigender Wettbewerbsdruck, hohe Produktionskosten sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen den Stellenabbau nötig, heißt es weiter. Seit Mai 2020 produziere Wikus in Kurzarbeit.

„Wir haben bis zuletzt mit allen Kräften versucht, diesen Schritt zu vermeiden. Wir bedauern ihn zutiefst. Er ist jedoch unumgänglich, um die Zukunft des Unternehmens und der anderen Arbeitsplätze zu sichern“, sagt Dr. Jörg H. Kullmann, geschäftsführender Gesellschafter der Wikus-Sägenfabrik.

Eine Restrukturierung sei bereits eingeleitet, doch auch diese fordere ihre Opfer. Alle Arbeitnehmer erhalten ein gekürztes Weihnachtsgeld. Die Geschäftsleitung verzichtet auf Tantiemen, der geschäftsführende Gesellschafter auf einen großen Teil seines Jahresgehaltes und die Gesellschafter auf die Verzinsung ihrer Anteile. „Durch diese kurzfristigen Maßnahmen ist es möglich, das laufende Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null abzuschließen“, sagt Dr. Jörg H. Kullmann. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz der Gruppe bei 110 Millionen Euro. Allein durch die Corona-Pandemie rechne man mit Einbußen von 25 bis 30 Prozent.

Betroffen von dem Stellenabbau seien die Bereiche Produktion, Service und Verwaltung. Die Mitarbeiter könnten nicht in andere Abteilungen übernommen werden. Die Arbeitsplätze werden mittels der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialauswahl bis zum 31. März 2021 abgebaut, heißt es vom Sägebandhersteller weiter. Die Betroffenen erhielten ein Angebot für einen Auflösungsvertrag sowie Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Es werde beispielsweise Bewerbungstraining sowie Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen angeboten. Foto: Frank Wiegand

Von Barbara Kamisli

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