Firma will Gelände der Feuerwehr doch nicht kaufen

Wikus-Sägenfabrik wird erweitert

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Hat neue Pläne: Dr. Jörg Kullmann erweitert die Wikus-Sägenfabrik. Das Bürogebäude hinter ihm wird in wenigen Wochen abgerissen, die Produktionsfläche vergrößert. Die Idee, dafür das Gelände des benachbarten Feuerwehrstützpunkts zu erwerben, hat Kullmann verworfen.

Spangenberg. Es sind gleich zwei Nachrichten, die Wikus-Geschäftsführer Dr. Jörg Kullmann da verkündet. Erstens: Er erweitert und vergrößert sein Unternehmen. Bereits am Montag wird das alte Bürogebäude der Sägenfabrik abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Gleichzeitig wird die Produktionsfläche vergrößert.

Und zweitens: Die Firma benötigt für diese Erweiterungen keine zusätzlichen Flächen. Damit ist der Plan hinfällig, das benachbarte Grundstück zu kaufen, auf dem der Spangenberger Feuerwehrstützpunkt steht. "Wir haben vom Erwerb wieder abgesehen", sagte Dr. Kullmann auf Anfrage der HNA.

Über diese Nachricht wird so mancher Spangenberger staunen, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte sich die Situation komplett anders dargestellt. Auch die Stadtverordneten hatten bereits ihr Okay gegeben. Der Plan klang für beide Seiten gewinnbringend: Wikus hätte das Grundstück der Feuerwehr übernommen und im Gegenzug einen neuen Stützpunkt am Mörshäuser Weg errichtet.

Der jetzige Stützpunkt wird quasi von drei Seiten von der Wikus-Sägenfabrik umschlossen. "Da lag die Idee nahe, diese Fläche für unsere Expansionspläne zu nutzen", sagt Dr. Kullmann. Doch die wäre das Unternehmen teuer zu stehen gekommen: "Wir hätten mindestens 3,3 Millionen Euro investieren müssen", rechnet Kullmann vor. Denn Wikus hätte im ersten Schritt das Grundstück kaufen und im zweiten das Gebäude abreißen und entsorgen lassen müssen. Im dritten hätte Wikus einen neuen Stützpunkt planen und errichten lassen müssen.

"Bei geschätzten 3,3 Millionen hätte uns das Grundstück um die 1000 Euro pro Quadratmeter gekostet", sagt Kullmann. Dieser Preis sei für ein Industriegelände in Spangenberg schlicht zu hoch: "Wir müssen unsere Investitionskosten wirtschaftlich vertreten können."

Die neuen Pläne seien genau das: sie seien ökonomisch und planerisch zu vertreten. Dabei bedeuten auch sie große Veränderungen. Das 1969 errichtete Bürogebäude wird ab Montag abgerissen und durch ein modernes Kunden-Auftragszentrum ersetzt, die Parkplätze weichen einer vergrößerten Fertigungsfläche. "Damit schaffen wir Freiraum und können alle Ideen auf eigenen Flächen realisieren und zugleich Investitionskosten senken", sagt Kullmann.

Es sei ein langer Prozess gewesen, der zu diesem Plan geführt habe, aber auch ein guter und konstruktiver Prozess. Viele Seiten hätten sich beteiligt, vor allem die Stadt und die Feuerwehr. Das Ergebnis könne sich dann sehen lassen: "Wir optimieren unseren Fertigungsstandort", sagt Jörg Kullmann. Dass der in Spangenberg genau richtig liegt, daran hat er nicht den leisesten Zweifel.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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