Gefährliche Überholmanöver zwischen Röllshausen und Leimsfeld

Prozess nach wilder Hetzjagd auf der Bundesstraße - Angeklagter geständig

Schwalmstadt/Marburg. Wegen einer wilden Verfolgungsjagd, die sich auf der B254 von Röllshausen bis Leimsfeld hinzog, stand ein 48-jähriger Mann aus dem Vogelsbergkreis erneut vor Gericht. Das Marburger Landgericht reduzierte nun die vom Amtsgericht Schwalmstadt ausgesprochene Geldstrafe von 1100 auf 700 Euro.

Der bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getretenene Mann war bereits vom Amtsgericht Schwalmstadt wegen versuchter Nötigung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr verurteilt worden.

Aus Sicht des Amtsgerichts hatte sich der Mann über einen anderen Verkehrsteilnehmer, der ihn überholt hatte, geärgert. Daraufhin war der Angeklagte sehr dicht auf seinen Vordermann aufgefahren, hatte ihn von hinten mit den Scheinwerfern geblendet und ihn dann ebenfalls überholt. Danach bremste er das nachfolgende Fahrzeug aus. Nicht genug, in Leimsfeld versuchte der Mann erneut, seinen Vordermann zu überholen - und setzte dann massive Mittel ein: Bei dem darauf folgenden Rammstoß wurden sein eigenes und das Fahrzeug des Unfallgegners beschädigt.  Dafür war dem Mann zusätzlich auch noch die Fahrerlaubnis entzogen worden.

Die ihm zur Last gelegten Taten hatte der Mann abgestritten und seinerseits seinen Unfallgegner dafür verantwortlich gemacht. Der Richter appellierte zu Beginn der Berufungsverhandlung wegen der vorliegenden Zeugenaussagen und der Beweislage an den Angeklagten, die Berufung auf das Strafmaß zu beschränken.

Er kündigte im Falle eines Geständnisses eine mildere der Strafe und die sofortige Rückgabe der Fahrerlaubnis in Aussicht. Auch die Staatsanwaltschaft zeigte sich mit dieser Regelung einverstanden.

Nach Beratung mit seinem Anwalt willigte der gelernte Zimmermann in den Vorschlag des Richters ein. Das Verfahren wegen versuchter Nötigung wurde eingestellt.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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