Tod von Bärenbabys: Wildpark Knüll wehrt sich gegen Kritik

Homberg. Der Wildpark Knüll geht in die Offensive: Nach dem Tod dreier Bärenbabys wehrten sich die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz gegen Vorwürfe, man habe Platz schaffen wollen.

Der Wildpark Knüll wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, zwei Jungbären seien eingeschläfert worden, um Platz im Gehege zu schaffen. Als absurd bezeichnete Sara Engelbrecht, stellvertretende Tierparkleiterin, entsprechende Anwürfe.

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Am Montag waren zwei Jungbären eingeschläfert worden, nachdem der erste Bär des Wurfes bereits in der Woche zuvor gestorben war (wir berichteten). Einer der toten Jungbären wird obduziert, um die Todesursache zweifelsfrei zu klären, sagte Vizelandrat Winfried Becker. Erste Ergebnisse der Uni Gießen belegten eine Abmagerung des Tieres, eine Infektion wurde nicht festgestellt.

Nach Auskunft der Verantwortlichen waren die Bärendrillinge von ihrer Mutter Onni nicht ausreichend versorgt worden. Innerhalb von zwei Wochen seien sie von acht auf ungefähr zwei Kilo abgemagert, sagte Engelbrecht. Möglicherweise sei Onni so mit ihren älteren Drillingen beschäftigt gewesen, dass sie sich seit Ende der Winterruhe zu wenig um die Kleinen kümmerte. Man habe die Bären bewusst nicht von Hand aufgezogen. Das hätte eine Trennung von der Mutter bedeutet, außerdem würden solche Tiere häufig fehlgeprägt und könnten später nicht mehr mit einer Gruppe von Artgenossen zusammenleben. So werde grundsätzlich im Wildpark vorgegangen.

Die Bären hätten an Unterernährung und Unterkühlung gelitten, weil sie nicht mehr ins Nest gingen, bestätigte Tierarzt Dr. Hans-Jürgen Pfau, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Susanne Steinbach-Pfau die Wildparktiere betreut. „Der Tod wäre unausweichlich gewesen“, sagte Dr. Pfau. Den Jungtieren wurden noch spezielle Nährstoffe und Flüssigkeiten zugefüttert, doch das nahmen sie nicht an. Der Wildpark will nun medizinisch Vorsorge treffen, dass Onni in absehbarer Zeit nicht wieder trächtig wird.

Von Olaf Dellit

Archiv-Fotos des Bären-Trios aus dem Wildpark

Erste Fotos von den Jungbären im Wildpark Knüll

Quelle: HNA

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