Härtere Verhandlungen bei Neuverpachtungen von Jagdrevieren

Wildschäden: Pächter drängen auf Pauschale

Wolfhager Land. Die Verhandlungen werden härter: Immer öfter versuchen potenzielle Pächter von Jagdrevieren das finanzielle Risiko, das sie mit ihrer Unterschrift eingehen, zu minimieren. Neben der Pacht sind sie laut Vertrag auch zum Ausgleich von Wildschäden verpflichtet. Und die nehmen zu.

Wenn man ein Revier mit starkem Schwarzwildbestand hat, dann kann das schnell einige Tausend Euro pro Jahr extra bedeuten. In nur einer Nacht kann eine hungrige Rotte Schwarzkittel eine Anbaufläche mit Mais ruinieren.

Deckelung der Schadensverpflichtung - so lautet für die Pächter die Wunschformel. Eine solche Wildschadens-pauschale, bestätigt Helmut Hoeppe, Kreisjagdberater für den Altkreis Wolfhagen, spiele bei den Pachtverhandlungen zunehmend eine Rolle. Verhandlungspartner sind auf der einen Seite der Jäger und auf der anderen die Jagdgenossenschaft, in der die Besitzer der zum Revier gehörenden Flächen organisiert sind.

Rechtlich ist die Jagdgenossenschaft für den Ausgleich der Wildschäden zuständig, mit der Verpachtung überträgt sie diese Verpflichtung an den Revierpächter. Das Problem der Deckelung: Für Schäden, die über der festgeschriebenen Schadensgrenze liegen, muss wieder die Jagdgenossenschaft eintreten. Das mindert dann deren Pachterlös. Oder führe sie im schlimmsten Fall in die Pleite, betont Hans-Hilmar von der Malsburg, Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und privaten Eigenjagdbesitzer im Landkreis.

Er rät seinen Kollegen dringend von der Deckelung ab. „Der Jäger hat keine Motivation bei einer Deckelung, die Schwarzwildpopulation kurz zu halten.“ Der finanzielle Druck fehle. Die Landwirte müssen für Schusschneisen in den Maisschlägen sorgen, wo man dann auch Hochsitze aufstellen kann, die Jäger nachts eifrig raus auf den Ansitz. Dann lasse sich das Problem lösen. ZUM TAGE

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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