Wildschweine wüten in den Maisfeldern im Kreis

Wolfhagen. Der Mais hat sich nach der Trockenheit gerade berappelt, da droht neues Ungemach: Landwirte befürchten große Ernteeinbußen durch Horden von Wildschweinen auf Futtersuche.

„Das Problem ist von Jahr zu Jahr größer geworden“, so Kreisbauernsprecher Johannes Gerhold auf HNA-Anfrage. Besonders auf waldnahen Feldern seien in diesem Jahr schon erhebliche Schäden zu beklagen. Hintergrund sei die starke Vermehrung der Tiere und die zu geringe Bejagung. „Ein Hotspot ist das Waldgebiet Habichtswald.“ Von dort würden Wildschweinrotten die waldnahen Maisfelder stürmen. Besonders betroffen seien Ehlen, Dörnberg, Hoof und Breitenbach, erklärt Gerhold. Von einem Jäger habe er die Information erhalten, dass im Habichtswald 400 Wildschweine lebten. Aber nur für 150 gebe es eine Lebensgrundlage.

An diese Zahl glaubt Theo Arend von Hessen-Forst nicht. „Das Gebiet ist 4000 Hektar groß, da müssten auf 100 Hektar 40 Sauen kommen. Das ist ausgeschlossen.“

Davon abgesehen versuche man, die Zahl der Wildschweine zu reduzieren. Im Bereich des Habichtswaldes habe man im Jahr 2013 136 Wildschweine geschossen, 2014 waren es 125 und in diesem Jahr liege die Zahl bisher bei rund 50. Eine größere Jagd auf die Sauen ist für den Oktober angesetzt. Früher sei es aus Tierschutzgründen nicht verantwortbar, meint Arend. Die weiblichen Tiere hätten derzeit Frischlinge, und im hohen Gras könne man ein säugendes Tier von einem anderen nicht eindeutig unterscheiden.

Eine Bilanz des Schadens könne er derzeit noch nicht ziehen, sagt ein Wildschadensschätzer aus Schauenburg. Es sei aktuell wegen der Wildschweine zu gefährlich, in ein Maisfeld zu gehen. Fakt sei, die Tiere vermehrten sich ins Uferlose, auch weil sie keine natürlichen Feinde hätten.

Quelle: HNA

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