Polizei beklagt hohe Dunkelziffer

Zahlen steigen: 30 Prozent der Unfälle durch Zusammenstoß mit Tieren 

Schwalm-Eder. Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis ist hoch. Die Polizeidirektion Schwalm-Eder verzeichnete in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 548 Zusammenstöße von Autos mit Rehen, Wildschweinen oder Kleintieren. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr waren es 473.

„Das ist ein leichter, aber kein sprunghafter Anstieg“, sagt Hauptkommissar Thomas Glaesel. Dennoch zeige die Statistik beunruhigende Zahlen: Mehr als 30 Prozent aller Verkehrsunfälle passierten, weil die Autofahrer mit Wild zusammenstießen. Noch vor fünf Jahren lag die Quote der Wildunfälle bei 23 Prozent.

Im vorigen Jahr registrierte die Polizei 3486 Unfälle im Landkreis. 1049 davon geschahen, weil Wild die Fahrbahn kreuzte. Doch längst nicht alle Wildunfälle werden der Polizei auch gemeldet. „Viele Autofahrer fahren nach dem Zusammenstoß mit einem Tier einfach weiter, ohne ihn bei der Polizei zu melden. Die Dunkelziffer ist wohl hoch“, sagt Glaesel. Die Folge: Manches verwundete Tier verende elend am Straßenrand. Zudem könne die Polizei ohne Kenntnisse auch nicht einschätzen, wo sich die Gefahrenpunkte entwickeln oder befinden.

Nach wie vor gibt es laut Polizei drei Strecken im Landkreis, auf denen man wegen des erhöhten Wildaufkommens besonders vorsichtig fahren müsse:

• die Straße zwischen Allendorf und Ziegenhain

• die Strecke zwischen Lengemannsau und Ostheim und

• die B 323 zwischen Remsfeld und Welferode.

Der Schwerpunkt bei Spangenberg-Schnellrode sei entschärft, berichtet Glaesel. Dort sorgten solarbetriebene Wildwarnreflektoren nicht nur für optische, sondern auch für akustische Signale. Sobald Scheinwerferlicht auf die Reflektoren falle, ertöne ein Pfeifen, das Wild von der Straße fernhalte. Falls es doch zum Zusammenstoß komme, müsse der Fahrer vor allem eines tun: die Polizei anrufen.

Quelle: HNA

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