Neukirchener und Magistratsmitglieder begutachten Naherholungsgebiet Klingelbach

Wildwuchs statt Kleinod

Rundgang: Mitglieder des Magistrats, Stadtverordnetenvorsteher Willi Berg und Bürgermeister Klemens Olbrich (links) schauten sich um. Fotos: Rose

Neukirchen. Im ehemaligen Naherholungsgebiet in der Klingelbach muss dringend etwas geschehen – da waren sich am Dienstagabend viele Neukirchener einig. Bei einer Unterschriftenaktion hatten sich mehr als 100 Menschen dafür ausgesprochen, dass die 1,3 Hektar große Fläche vom Wildwuchs befreit werden soll. Um sich ein Bild von der Grünanlage zu machen, trafen sich Neukirchener und Magistratsmitglieder. Geleitet wurde der Ortstermin von Ortsvorsteher Peter Jöckel, für die Initiative sprach Karl Caliebe.

Treffpunkt war die Leipziger Straße, Ecke Berliner Straße, von der ein Fußweg über eine Treppe hinunter in die Klingelbach führt. Nicht nur die Stufen sind marode, auch das Pflaster zwischen den Stufen hat sich gehoben. Das sei eine akute Verkehrsgefährdung, warnten die Neukirchener. „Die akute Verkehrsgefährdung wird beseitigt“, erklärte Jöckel.

Wenig ansehnlich sei der Tennisplatz in der Klingelbach, erläuterte Caliebe. Seitens des Vereins richte man die Bitte an die Stadt, den Platz abbauen zu dürfen. „Er wird nur noch von drei bis vier Leuten bespielt, der Grundbelag ist völlig kaputt. Eine Sanierung würde knapp 4000 Euro kosten“, erläuterte der Sprecher. Man habe sich in der Vergangenheit vergeblich um Nachwuchs bemüht. Grund und Boden seien eine Erbpacht. „Der Vertrag wird aufgelöst, also entwidmet“, sagte Jöckel. Die Magistratsmitglieder wollen über die Anlage von Parkplätzen beraten.

Ein Teilstück an der Klingelbach, das an ein Wohngebiet grenzt, werde von der Wohnungsbaugesellschaft WSB übernommen, teilte der Bürgermeister mit. Dieses Areal würde in Parkplätze umgewandelt. Im Gegenzug bekomme die Stadt eine gleichwertige Fläche von der WSB: „Quadratmeter gegen Quadratmeter“, sagte Olbrich.

Viele Spaziergänger ärgern sich weiterhin über hohes Gras und total versumpfte Wege im Bereich des früheren Tretbeckens. „Dabei ist das ein Kleinod, dass es zu erhalten gilt“, sagte Kurt Makowski. Auch Otto Blau erklärte, dass das Areal einst sehenswert war. „Hier ist alles dermaßen verrottet, dass es eine Schande ist.“ Er schlug vor, das Areal zu renaturieren. „Naturnah ja – aber eben gepflegt.“ Olbrich verwies auf die wenigen Mitarbeiter des Bauhofes: „Wir haben weniger Menschen und weniger Geld – da beißt sich was.“ Stadtverordnetenvorsteher Willi Berg bezog klar Stellung: „Die Klingelbach muss erhalten werden. Im Notfall muss eben noch jemand eingestellt werden.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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