Vier Lehrer sagen „Tschüss“

Wilhelm-Filchner-Schule verabschiedet Pädagogen in den Ruhestand

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Blicken glücklich und zufrieden auf ihre Zeit an der Wilhelm-Filchner-Schule zurück: Renate Neurath (von links), Heinrich Hahn-Franken, Helmut Schöne und Cornelia Kohlstädt wurden nach vielen Jahren verabschiedet.

Wolfhagen. Erstmals können sie die Ferien genießen, ohne dabei an das nächste Schuljahr zu denken: Renate Neurath, Heinrich Hahn-Franken, Helmut Schöne und Cornelia Kohlstädt gehen in den Ruhestand.

Dass sie sich freitags freiwillig zum Dienst meldete, obwohl sie am Abend zuvor eigentlich in den Ruhestand verabschiedet worden war, zeigt, dass Renate Neurath ihren Beruf geliebt hat.

„Ich habe an der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen die vergangenen 48 Jahre verbracht – sechs als Schülerin, 42 als Arbeitslehre- und Kunstlehrerin – und kann aus Überzeugung sagen, dass ich immer gern hergekommen bin“, sagt die Altenhasungerin, der es damit ähnlich geht wie ihren Kollegen Heinrich Hahn-Franken, Helmut Schöne und Cornelia Kohlstädt.

Sie alle können erstmals die großen Sommerferien genießen, ohne dabei gedanklich schon im nächsten Schuljahr zu sein. „Noch fühlt es sich an wie in jedem Jahr“, sagt Kohlstädt, die sich aber sicher ist, dass es gegen Ende der Ferien schon ein wenig komisch sein wird, wenn andere längst wieder mit den Unterrichtsvorbereitungen beginnen oder sich mit den neuen Stundenplänen vertraut machen.

Vorfreude auf die Zukunft

Für die 62-Jährige, die seit 1983 an der Filchner-Schule Biologie und Englisch unterrichtet und in den vergangenen zwölf Jahren zudem den Realschulzweig geleitet hat, überwiegt aber die Vorfreude auf das, was nun kommt. „Ich möchte mit meinem Mann noch viel von der Welt sehen“, sagt die Burghasungerin, der es stets ein großes Anliegen war, für ihre Schüler eine vertrauensvolle Ansprechpartnerin zu sein: „Es ist mir, glaube ich, bis zuletzt gelungen, immer ein gutes Verhältnis zu den Schülern aufzubauen. Das wussten sie zu schätzen.“

Schul- und Unterrichtsentwicklung sei eines ihrer Steckenpferde gewesen, nicht nur an der eigenen, sondern auch an anderen Schulen der Region, wo sie als Beraterin im Auftrag des Kultusministeriums aktiv war und in Wolfhagen auch von Heinrich Hahn-Franken unterstützt wurde. Als Physik- und Mathelehrer 1994 an die Filchner-Schule gekommen, war er viele Jahre Fachvorsteher und geht nun „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ in den Ruhestand.

Langsam wolle er das angehen, sagt der 65-Jährige aus Marienhagen, weshalb er auch noch keine großartigen Pläne gemacht habe. Dass es ihn weiterhin einmal die Woche an seine alte Arbeitsstätte führen wird, das allerdings stehe fest. „Freitagsnachmittags treffen wir uns immer mit ehemaligen Kollegen zum Fußball in der alten Turnhalle, das lasse ich mir auch künftig nicht entgehen.“

Ganz andere Pläne hat Helmut Schöne, der nach gut 20 Jahren als Musik- und Englischlehrer an der WFS nun selbst die Schulbank drücken will. „Ich habe mich als Gasthörer an der Uni eingeschrieben, habe mir zwei Chöre gesucht, will mich verstärkt um meine Enkel kümmern und auf keinen Fall nur aus dem Fenster gucken“, so der 63-jährige Dörnberger, der gern an seine Zeit an der Wolfhager Gesamtschule zurückdenkt. So geht es auch Cornelia Kohlstädt, die ihren Kollegen aus dem Herzen spricht, wenn sie sagt: „Alles hat seine Zeit, aber wir gehen glücklich und zufrieden.“

Quelle: HNA

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