Stadteigene Wohnungsgesellschaft schreibt hohe Verluste – Generaldebatte im Parlament

CDU will KWS abstoßen

Drei Wohnungen sind unbewohnbar und werden auch nicht mehr hergerichtet: KWS-Haus in der Hersfelder Straße in Treysa. Foto: Archiv

Schwalmstadt. Anlass zu einer Grundsatzdebatte im Stadtparlament gab der neue Wirtschaftsplan der KWS (Kommunale Wohnungsgesellschaft Schwalmstadt) mit ihren 80 Wohneinheiten. Der Erfolgsplan weist für 2015 einen Verlust von über 25 000 Euro auf.

Tatsächlich steht es noch schlimmer um die stadteigene Gesellschaft, gegründet 1992. Der tatsächliche Verlust 2013 betrug fast 100 000 Euro, geplant waren nur 10 000 Euro. In dem Betrag ist zwar eine verschobene Fassadeninstandsetzung enthalten, aber auch die Abschreibung von über 43 000 Euro für drei Wohnungen im Haus Hersfelder Straße 11 und 13 in Treysa. Diese sind in in einem hoffnungslos herunter gekommenen Zustand und können nicht mehr vermietet werden. Auf fast 20 000 Euro Mietzahlungen musste die KWS verzichten.

Das sagt die SPD

Michael Schneider gab ein klares Bekenntnis zur KWS ab, „wir brauchen sie für Bürger, denen es nicht so gut geht“, sagte er vor dem Stadtparlament. Dennoch müsse überlegt werden, sich von einzelnen Immobilien zu trennen.

Das sagt die CDU

Philipp Zmyj-Köbel vertrat die Meinung, dass die Vorgänge um die KWS einem Trauerspiel gleichen und sie möglichst rasch abgestoßen werden sollte. Ihre Verwaltung bezeichnete er als „konfus und nicht adäquat“. Den „Luxus einer Wohnungsgesellschaft“ solle sich Schwalmstadt nicht länger leisten, sondern mit einem vergleichbaren Träger fusionieren.

Das sagen Bündnis 90/Die Grünen

Johannes Biskamp plädierte für den Erhalt der KWS, sie erfülle eine soziale Aufgabe der öffentlichen Hand. Er regte an, unter Studenten der Unis Kassel und Marburg/Gießen für den Wohnraum zu werben, sie würden auch das Quartier aufwerten. Auch Asylbewerber sollten in KWS-Wohnungen leben.

Ein klares Ja zur KWS kam von Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Die Linke), während Christel Bald, Fraktionssprecherin der FWG und Frank Pfau, FDP, ein Nein zum Wirtschaftsplan ankündigten. Sie sprachen zwar die soziale Aufgabe der Kommune an, aber auch den übermäßigen Leerstand.

Angenommen wurde der Plan mit 18 Ja- bei 14 Neinstimmen

Quelle: HNA

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