Komiker Bodo Bach trat in Fritzlar auf

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Ein Mann, eine Bühne, viele Gesten: Der Komiker Bodo Bach erzählte im Fritzlarer Autohaus Range von den Tücken des Alltags und von seinem Leben in Offenbach.

Fritzlar. Nein, wie harte Arbeit sieht das wirklich nicht aus, was Bodo Bach tut. „Ich schaff’ ja nix“, sagt er denn auch, „Ich steh’ hier rum un’ redd.“ Aber dieses Rumstehen und Reden – auf gut Neudeutsch Standup-Comedy – beherrscht der Mann, der in Wirklichkeit Robert Treutel heißt.

Davon konnten sich am Samstagabend 230 Gäste im Fritzlarer Autohaus Range überzeugen.

Über den etwas ungewöhnlichen Ort seines Auftritts macht sich Bach auch gleich Gedanken. Wenn man als Künstler im Möbelhaus angekommen sei, sei das kein gutes Zeichen, für Autohäuser gelte das aber nicht.

Das Publikum hat der Komiker schnell auf seiner Seite, indem er Komplimente verteilt und Zuschauer immer wieder direkt anspricht, so wie den 14-jährigen Maximilian aus der ersten Reihe. Die Kunst der Standup-Comedy ist der Plauderton, der sich anhört, als würde Bach das genau so zum Besten geben, wenn man mit ihm auf ein Bier in der Kneipe säße.

Tatsächlich aber kommen die Gags in großer Dichte, oft wie nebenbei, aber mit exaktem Timing. Da wird McDonald’s zum „Schachtelwirt“, das Wellness-Kloster zum Yoga-Gulag und die Fernseh-Wohnexpertin Tine Wittler zum „Dekosaurus Rex von RTL“.

Die Themen, die Bach aufgreift, sind nicht neu, sondern eher Comedy-Alltag: die Familie mit Ehefrau Gerda und Sohn Rüdiger, Klamotten einkaufen als Mann, Aufklärungsgespräche und die Schleicher auf der Straße („Den brauchst du nicht blitzen, denn kannst du malen, wenn er kommt.“).

Der Durchschnittsbürger

Das hat den großen Vorteil, dass die Zuschauer sich prima in diesen Bodo hineinversetzen können. Und es gelingt ihm, dem Alltäglichen neue Aspekte abzugewinnen und das so amüsant, dass das Publikum brüllt vor Lachen.

Treutel gibt den Bach als Durchschnittsbürger, der mit den Tücken des Alltags kämpft, etwa mit einem Wasserbett („Wenn ich mich auf die Matratze hau’, haben wir Tsunami-Warnung in Offenbach.“). Das alles tut nicht weh, rutscht fast nie ab und macht richtig Spaß.

Und dann die Zugabe nach deutlich mehr als zwei Stunden, in der es um Glühbirnen in Körperöffnungen ging. Die HNA könne ruhig schreiben, dass das zotig sei, sagte Bach, aber dann bitte auch, dass die Leute dabei am meisten gelacht hätten. Was hiermit erledigt wäre.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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