Der neue Kantor des Kirchenkreises Jens Koch freut sich auf seine Aufgaben

Er will etwas bewegen

Täglich an seinem Lieblingsinstrument: Kantor Jens Koch spielt gerne die alte Orgel in der Ziegenhainer Schlosskirche. Foto: Quanz

Ziegenhain. Die Dorische Toccata von Johann Sebastian Bach erklingt in der Schlosskirche. An der Orgel sitzt der neue Kantor des Kirchenkreises Ziegenhain Jens Koch. „Das ist eines meiner Lieblingswerke von Bach. Ich bin großer Fan von ihm, wie so viele evangelische Kirchenmusiker“, erklärt er.

Die Kirchenmusik habe ihn schon immer am Herzen gelegen, weswegen er auch den Entschluss fasste, Kirchenmusik zu studieren. „Viele haben mir von einem Kirchenmusikstudium abgeraten. Es gibt wenig Stellenangebote.“

Er begann zuerst ein Lehramtsstudium der Musik und Chemie in Kassel. Nach dem Ersten Staatsexamen schloss er 2007 das Studium der Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt an. Der Drang zur Musik war zu stark.

Nicht eine Sekunde überlegt

Nun ist er Kantor des Kirchenkreises Ziegenhain. „Ich habe nicht eine Sekunde überlegt, als man mir die Stelle anbot“, sagt der 28-Jährige. Volle und unbefristete Stellen als Kantor seien selten. „Mit dieser Stelle ist ein Traum wahr geworden“, gibt er mit einem Lächeln im Gesicht zu.

Schon in seiner Heimatgemeinde Buchenau im Landkreis Marburg-Biedenkopf war er nebenamtlich Organist. Im März feierte er sein zehnjähriges Organistenjubiläum. „Eine Orgel bietet unwahrscheinliche Klangmöglichkeiten, das hat mich schon immer fasziniert, und gibt einer einzigen Person die Möglichkeit eine große Kirche mit Musik zu füllen“, beschreibt Koch sein Lieblingsinstrument.

Erste Projekte angestoßen

Zwei Jahre wird er gemeinsam mit Fritz Falk-Rolke im Kirchenkreis arbeiten, ehe dieser in den Ruhestand geht. Dies soll einen nahtlosen Übergang im Bezirkskantorat garantieren. Doch er ist jetzt nicht da, um zuzusehen, wie gearbeitet wird. Er will selbst anpacken und etwas bewegen.

„Wenn die Leute das Gefühl haben es passiert nichts, dann kann man auch niemanden begeistern mitzuarbeiten“, findet Jens Koch. Deswegen habe er sich gleich in die Arbeit gestürzt und erste Projekte angestoßen.

Für den Kantatengottesdienst am 20. November hat er schon einen Chor ins Leben gerufen. „Ich war überrascht, dass sich so schnell 20 Leute gemeldet haben.“ Noch bis zum 12. Oktober können sich alle bei ihm melden, die auch gerne im Chor mitsingen wollen.

Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich auch noch sein zweiter Traum: Einmal zu Weihnachten das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufzuführen. „Jauchzet, frohlocket in der Schlosskirche zu hören, das wäre etwas ganz besonderes. Das Oratorium gehört einfach zu Weihnachten dazu“, erklärt Jens Koch. Dazu benötige er jedoch ein ganzes Orchesterensemble. ZUR PERSON

Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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