Baron Dominic von Schwertzell

Wo Ludwig Emil Grimm heiratete: das Willingshäuser Schloss

Schloss mit rundem Turm und Erker: Diese Aufnahme zeigt das Schloss Willingshausen vermutlich um 1860. Foto:  privat/nh

Willingshausen. Ein weltbekannter Name in einem für nordhessische Verhältnisse uralten Anwesen: Das ist der Inhalt eines Artikels, den Hausherr Dominic von Schwertzell zu Willingshausen veröffentlicht hat. Es geht um die Familie des Barons in der Schwalm, die Grimms und die älteste Malerkolonie.

In dem Beitrag, der auch im Schwälmer Jahrbuch zu lesen ist, geht es um das Schloss und seinen hochmittelalterlichen Vorläufer.

Der Baron leitet seit zehn Jahren die Gutshof- und Schlossverwaltung Willingshausen. Er ist 40 Jahre alt, verheiratet und studierter Betriebswirt. Das Schloss Willingshausen war erster Treffpunkt und Gründungsort der Willingshäuser Malerkolonie.

1814 trafen sich erstmals auf Schloss Schwertzell Gerhardt Wilhelm von Reutern, der zur Rekonvaleszenz nach der Völkerschlacht bei Leipzig zu Gast in Willingshausen war, und der Maler Ludwig Emil Grimm. 1820 heiratete Gerhardt Wilhelm von Reutern Charlotte von Schwertzell im Schloss in Willingshausen.

Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert

In seiner heutigen Erscheinung ist das Willingshäuser Schloss ein Renaissancebau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Den Turm ziert eine Wetterfahne mit Allianzwappen und der Inschrift: 1563 G v S /ER v P (Georg v. Schwertzell zu Willingshausen verheiratet mit Elisabeth Rabe v. Pappenheim).

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Schloss und Dorfkirche geplündert und teilweise durch Brandschatzung zerstört. Gleich nach dem Krieg 1648 begann man mit dem Wiederaufbau des Schlosses. Im Siebenjährigen Krieg wurde das Schloss abermals geplündert und beschädigt.

Die Familie von Schwertzell zu Willingshausen war bereits viel früher in Willingshausen sesshaft. Urkundlich wurden sie als Herren von Willingshausen mit Volpert von Willingshausen 1106 erwähnt. So nimmt man an, dass eine burgähnliche Wehranlage im oberen Bereich des Parks vor dem jetzigen Bauwerk bewohnt wurde.

Zu dem heutigen Renaissanceschloss wurden vermutlich zwei nebeneinander stehende Gebäude zusammengebaut. Dabei wurde der mittlere Gebäudeteil mit einem runden Turm versehen und am rechten Teil des Gebäudes ein doppelstöckiger Erker angesetzt. Im Inneren des Hauses erkennt man Einfassungen von Außenfenstern mit Regennasen sowie Teppenaufgänge in die ehemaligen separaten Gebäude. Ebenfalls sind Teile spätgotischer Fenster noch vorhanden.

Der hohe Bau des Schornsteins (circa 30 Meter) aus Bimsstein mit einer dreizügigen Schornsteintechnik war damals eine Sensation. Der noch heute genutzte Schornstein wurde von Baumeister Grein aus Willingshausen aufgebaut.

Der ehemalige Haupteingang befand sich rechts neben dem Turm und die Zufahrt zum Schloss zwischen dem heutigen Gerhard-von-Reutern-Haus und dem alten Forsthaus.

Von Dominic von Schwertzell

Quelle: HNA

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