Verein „Gemeinsam ins Alter“: Alternative Wohnform in Rommershausen geplant

Willkommen in der WG

Vereinsmitglieder wollen Vermittler sein: Christiane Darmstadt, Doris Schäfer und Reinhart Darmstadt informierten am Donnerstag in Dittershausen über das Projekt. Foto:  Rose

Dittershausen. Gemeinsam ins Alter – das ist der Wunsch von Doris Schäfer, Reinhart und Christiane Darmstadt. Die Drei sind im Vorstand des gleichnamigen Schwalmstädter Vereins. Sie planen ein alternatives Wohnprojekt für ältere Menschen im Stadtteil Rommershausen. Am Donnerstag wurde das Projekt im Dorfgemeinschaftshaus Dittershausen vorgestellt: 30 Gäste – überwiegend Mitglieder des Frauenkreises – wollten mehr über die Pläne erfahren.

„Immer mehr ältere Menschen leben auf dem Land allein in großen Häusern. Wir verbinden mit unserer Wohnidee die Hoffnung, gesund älter zu werden“, erklärte Reinhart Darmstadt. Denn es werde immer seltener, das mehrere Generationen im Haus zusammen lebten. „Älteren droht auf dem Land Vereinsamung“, ist Doris Schäfer überzeugt.

Seniorengerechter Umbau

Um dem entgegen zu wirken, möchte der Verein Verbindungen schaffen: „Wir sind nicht die Vermieter, sondern Vermittler“, erläutert Darmstadt. Eine Senioren-Wohngemeinschaft könnte schon bald in Rommershausen entstehen. Ein Haus in der Talstraße, in dem viele Jahre eine Wohngruppe Hephatas untergebracht war, käme für das Projekt in Frage. Hausbesitzer Fritz Wilhelm würde das Gebäude entsprechend seniorengerecht umbauen, etwa einen Treppenlift umbauen. „Das dreigeschossige Haus eignet sich gut für eine WG. Vor allem, weil im Erdgeschoss bereits großzügige Gemeinschaftsräume vorhanden sind“, sagt der Vorstand.

Angedacht ist, dass Apartments in unterschiedlichen Größen angeboten werden. „Das Haus soll stets offen sein für Gäste, für die Nachbarschaft“, erklärt Schäfer. Sie ist überzeugt: „Wer mit anderen zusammen lebt, bleibt auch im Kopf beweglicher.“ Klar sei aber: „Es ist ein Abenteuer.“ Es sei wichtig, dass sich zukünftige Hausbewohner vorher kennen lernten.

Ein Rezept, eine Anleitung fürs Zusammenleben, gebe der Verein nicht: „Das muss die Hausgemeinschaft selbst absprechen, aber wir beraten.“ Denkbar sei etwa die Anstellung einer Hauswirtschafterin, die dann das Mittagessen koche sowie die Gemeinschaftsräume säubere. „Das Einziehen in ein solches Haus setzt die Bereitschaft voraus, auch mal gegen den Strich zu denken“, sagt Pfarrerin Tamara Morgenroth. Das Konzept sieht vor, dass jeder Bewohner einen separaten Mietvertrag macht. Die Kosten hielten sich dabei in Grenzen: „Sie werden sicher preiswerter wohnen als bisher“, erklärt Darmstadt.

Realistisch sei für Ein-Zimmer-Apartment eine Kaltmiete von etwa 250 Euro. Die Vorteile liegen für die Vereinsmitglieder klar auf der Hand: „Wer mit Menschen zusammen lebt, ist vor Depression und Krankheit besser geschützt.“ In Dittershausen stieß das Projekt auf Interesse: Ende des Monats ist eine Besichtigung des Hauses geplant. • Besichtigung ist am Montag, 28. Januar, 15 Uhr, in der Talstraße 10 in Rommershausen; Gäste sind willkommen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare