Tschernobyl-Hilfe: 22 Kinder aus der weißrussischen Region Gomel zu Gast

Herzlich willkommen: Auf Initiative der Tschernobylhilfe Burghasungen verbringen 22 Mädchen und Jungen aus der nuklearverseuchten Region Gomel in nordhessischen Gastfamilien einen dreiwöchigen Erholungsurlaub. Fotos: zih

Burghasungen. Es war eine spannende Ankunft in Burghasungen – sowohl für die Gasteltern aus Burghasungen, Niederelsungen, Volkmarsen, Altenhasungen, Istha, Wolfhagen und Kassel, als auch für die 22 Mädchen und Jungen aus dem weißrussischen Gomel.

Die Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren haben fast 2000 Kilometer zurückgelegt. Nach ihrer 25-stündigen Busfahrt erfuhren sie, wer in den nächsten drei Wochen ihre Familie auf Zeit ist. Alte Bekannte in Burghasungen sind die Pädagoginnen Galina Syrokwascha und Nina Schakowa als Betreuerinnen sowie Dolmetscherin Inna Galenja.

Inzwischen zum 17. Mal hat die über Spenden finanzierte Tschernobylhilfe Burghasungen/Küllstädt vom 14. Juli bis 4. August die Erholungsfreizeit für Kinder aus sozialschwachen Familien aus Weißrussland und der Ukraine organisiert. Die Heimat der Kinder, die Region Gomel, hat bis heute noch am stärksten unter den Folgen der atomaren Katastrophe von Tschernobyl im April 1986 zu leiden. Die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Super-Gaus erreiche für die in den verstrahlten Gegenden lebenden Menschen erst heute ihre ganze Tragweite, sagt der Tschernobylhilfe-Vorsitzende Gerd Appel. Betroffen seien vor allem die Kinder, von denen sehr viele unter Schilddrüsenerkrankungen, Immunsystemproblemen und Krebs litten.

Geschenk für Nastja Poschera: Sie wurde am Tag der Ankunft in Burghasungen 13 Jahre alt.

Gerd Appel: „Mit unserer von vielen Sponsoren unterstützten alljährlichen Aktion wollen wir den betroffenen Mädchen und Jungen mit gesunder nordhessischer Luft und gutem Essen in familiärer Atmosphäre helfen, wieder gesund zu werden, Kraft zu tanken und neuen Lebensmut zu schöpfen. Bisher haben wir etwa für 1000 weißrussische Kinder eine Erholungsfreizeit in unserer Region ermöglichen können.“

Gemeinsame Betreuung

Für alle Kinder konnten Gasteltern gefunden werden. Mit Ausnahme der Wochenenden werden die Feriengäste tagsüber gemeinsam betreut. Die Mittagsverpflegung erhalten sie kostenlos vom Burghasunger Alten- und Pflegeheim Bergpark-Residenz der Familie Röll. Natürlich gibt es auch diesmal wieder für die Kinder und ihre Gastfamilien ein buntes Unterhaltungs- und Ausflugsprogramm. (zih)

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare