Informationsabend: Neuer Regionalplan könnte Flächen ausweisen

Der Wind dreht sich

Sachliche Atmosphäre: Die Zuhörer lauschten den Vertretern des Unternehmens Reon, das seine Pläne zum Bau zweier Windparks vorstellte. Foto: Rose

Wasenberg. Seit zwei Tagen steht fest: Bis 2022 sollen in Deutschland alle Atomkraftwerke vom Netz gehen. Damit hat sich die Regierung für eine Energiewende ausgesprochen, das Thema regenerative Energien rückt stärker in den Fokus.

Die Gemeinde Willingshausen beschäftigt sich seit einigen Monaten mit dem Projekt zweier Windparks. Ende Januar stellte die Reon AG aus Worpswede das Bauvorhaben in einer Infoveranstaltung in Loshausen vor (wir berichteten).

Seinerzeit entwickelte sich eine hitzige Debatte über mögliche Standorte. Am Montag gab es eine weitere Bürgerversammlung in Wasenberg. 100 Menschen ließen sich von Vorstandsmitglied Florian Massante und Projektleiter Thomas von Glahn über die Pläne aufklären: Rede und Antwort stand außerdem Wolfgang Kaivers, Leiter der Regionalplanung vom Regierungspräsidium (RP) Kassel. „Wir stehen momentan vor einer veränderten Situation: Der bisheriger Regionalplan ist unwirksam, wir befinden uns quasi in einem rechtsfreien Zustand“, erläuterte Bürgermeister Heinrich Vesper. Bislang habe es keine ausgewiesenen Flächen für Windenenergie gegeben. Das könne sich jetzt jedoch ändern.

Bürgerbeteiligung

Unterdessen warb das niedersächsische Unternehmen für den Bau auf zwei Flächen (siehe Planungen). Angedacht sei die Option einer Bürgerbeteiligung mit bis zu 50 Prozent. Gäste empfahlen dem Unternehmen, auch über ein genossenschaftliches Modell nachzudenken.

Thematisiert wurde ebenfalls, in welchem Abstand die Räder zu bebautem Gebiet stehen würden: 800 Meter sei die Empfehlung, erklärte von Glahn. Reon habe sich aber entschieden, mindestens einen Kilometer Abstand zu lassen. Inwieweit etwa die Zugrouten der Vögel beeinträchtigt würden, müsse erst noch eine Untersuchung klären.

Klarheit im Herbst

Klärungsbedarf gibt es in nächster Zeit auch beim RP. „Wir arbeiten an einem neuen Windenergiekonzept und warten unter anderem auf eine aktualisierte Karte zu Windgeschwindigkeiten“, erklärte Kaivers. Ob die Flächen in der Gemeinde ausgewiesen werden würden, könne er im Herbst sagen. Ein positives Signal gab es aus Schwalmstadt. Magistratsmitglied Dr. Jochen Riege (B‘90/Grüne) erklärte: „Wir sind offen, würden uns aber wünschen, stärker in die Verhandlungen eingebunden zu werden.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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