Verträge mit Waldgenossenschaften abgeschlossen – Gutachten stehen noch aus

Wind weht für Chattengau

Nicht unumstritten: Auch der Windpark in den Langenbergen soll in einem Waldgebiet entstehen. Optisch sind die Anlagen unauffälliger, die Auswirkung auf die Natur ist strittig. Archivfoto: nh

Gudensberg. Der nächste Schritt in Richtung Windpark ist getan. Die Gemeinde Edermünde und die Stadt Gudensberg haben mit Vertretern der Waldgenossenschaften Gudensberg und Besse Nutzungsverträge über Waldflächen in den Langenbergen unterzeichnet.

Dort soll ein interkommunaler Windpark mit Beteiligungsmöglichkeiten für Einwohner entstehen. „Mit der Unterzeichnung der Verträge haben wir einen weiteren wichtigen Punkt umgesetzt, doch bis sich in den Langenbergen Windräder drehen können, ist es noch ein langer Weg“, sagte Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner im Hinblick darauf, dass die erforderlichen Genehmigungen erst noch eingeholt werden müssen. „Jetzt werden wir die Ergebnisse des Vogel- und Fledermausgutachtens abwarten und ein Windgutachten in Auftrag geben“, skizzierte Börner die weitere Vorgehensweise.

Dass interkommunale Zusammenarbeit auch über Kreisgrenzen hinweg funktioniert, zeigt die Beteiligung der Stadt Baunatal. Deren Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz: „Wir stehen kurz davor, mit der Waldgenossenschaft Baunatal-Großenritte einen Nutzungsvertrag abzuschließen.“

Der interkommunale Windpark in den Langenbergen soll ein Gemeinschaftsprojekt werden: Während die Waldgenossenschaften Gudensberg und Edermünde-Besse die erforderlichen Flächen bereitstellen, wird eine Allianz aus den Anliegerkommunen Niedenstein, Edermünde, Gudensberg und Baunatal eine Betreibergesellschaft für den Windpark gründen.

Weitere Gesellschafter dieser Betreibergesellschaft werden die VR-Bank Chattengau, eine noch zu gründende Bürger-Energiegenossenschaft und die Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien (VEW), Korbach, eine Schwestergesellschaft der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF). Die VR-Bank beteiligt sich mit eigenem Geld an dem Vorhaben.

Abstand zur Bebauung

„Als Partner der Kommunen werden wir mit einem Drittel an der Betreibergesellschaft beteiligt sein. Diese wird mehrheitlich von den Kommunen und der Bürger-Energiegenossenschaft getragen“, erklärt VEW-Geschäftsführer Stefan Schaller. Stefan Kieweg, Sachgebietsleiter Windenergie bei der VEW, erläuterte, dass voraussichtlich bis zu fünf Windkraftanlagen möglich seien. Der Windpark soll in einem Waldstück zwischen Niedenstein-Ermetheis und Baunatal-Großenritte errichtet werden.

Zur Wohnbebauung werde in jedem Fall ein Abstand von mindestens 1000 Metern eingehalten, erklärt Kieweg. Die genauen Standorte sind allerdings noch nicht festgelegt. Zeitplan: • bis 6/2013 alle Genehmigungen und Detailplanung. • bis 12/2013 Genehmigungsverfahren und Einreichung des Bundesimissions-Antrags. • bis 10/2014 Bauphase und anschließend bis etwa 2040 Inbetriebnahme. HINTERGRUND

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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