Infoabend:

Geplanter Windpark „Die Gleiche“ könnte Ende 2015 in Betrieb gehen

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Pläne für sechs Anlagen: Wie hier zwischen Sachsenhausen und Appenhain sollen in den Gemarkungen Schrecksbach, Immichenhain und Hattendorf Windräder aufgestellt werden. Archivfoto:  Rose/nh

Immichenhain. Die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll plant einen Windpark in den Gemarkungen Schrecksbach, Immichenhain und Hattendorf.

Am Dienstagabend informierten der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Braun, Dr. Brigitte Buhse, Horst Kaisinger und Hans-Kurt Bernhardt vom Vorstand und Johannes Rudolph von der EAM über das Vorhaben. Sechs Anlagen könnten bis 2015 mit Bürgerbeteiligung entstehen. Die Investitionskosten liegen bei 29 Millionen Euro. „Wir wollen keinen Ausverkauf der Flächen an andere Projektierer, sondern, dass das Geld aus der Region kommt und auch hier bleibt“, sagte Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz.

Handlungshoheit habe stets die Genossenschaft, erklärte Kaisinger. Mit den Planungen beauftragt habe man die EAM. Die Flächen lägen überwiegend im Wald, an exponierten Höhenzügen. Rudolph erläuterte, dass einige Flächen wie der Steinbruch in Weißenborn oder der Rimberg nicht in Frage kämen: Als Gründe nannte er unter anderem das Vokommen des Rotmilans und des Uhus. Es bleibe die Fläche „Die Gleiche“, auf der sechs Anlagen mit einer Leistung von 2500 Kilowatt errichtet werden könnten. Man rechne mit einem jährlichen Energieertrag, der 16 500 Haushalte versorgen könne. Die Flächen lägen an bereits bestehenden Forstwegen und seien zum Teil bereits durch Windwurf beeinträchtigt. Auch gehe es um Fichtenbestände und nicht um wertvolle Buchenwälder, die gerodet würden müssten. Die Anlagen dürften bei der Nutzung tags maximal 60 Dezibel verursachen, nachts 45. „Wenn hier im Raum gesprochen wird, liegen wir bei Werten um 70 Dezibel“, verglich Rudolph. Untersucht worden sei das Artenspektrum rund um die Standorte. Ein Fledermaus-Monitoring sorge dafür, dass die Anlagen sich beim Flug der Tiere automatisch abschalteten.

Unmut machte sich in der anschließenden Diskussion vor allem bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative Hattendorf (Kreis Alsfelsd) breit. „Sind Sie sich der Dimension der sechs Fundamente bewusst?“, fragte Gerd Ochs. Das seien 11 800 Tonnen Stahl und Metall. Braun antwortete: „Der Rückbau ist bei solchen Anlagen immer gesichert.“ Auch die Rodung von 2500 Quadratmetern pro Anlage bewertete die Bürgerinitiative als problematisch, ebenso die Lichter zur Flugsicherung - „die scheinen uns ins Schlafzimmer rein.“ Auch die Erträge und die Glaubwürdigkeit stellten die Mitglieder in Frage: „Für unternehmerische Tätigkeit gibt es keine absolute Garantie“, erklärte Braun. Gerald Keil aus Immichenhain ärgerte sich: „Sie machen uns die Natur kaputt - auch hier gibt es den Uhu.“ Pfarrer Andreas Fink bemängelte, dass man nicht genügend an die Lebensqualität der Menschen denke.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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