Ja zur Windkraft: Stadtverordnete stimmen für Anlagen im Stadtgebiet

Alternative Energiegewinnung: Diese Windkraftanlagen stehen auf einem Feld bei Istha im Landkreis Kassel.

Spangenberg. Auf der Stölzinger Höhe in Spangenberg könnten sich in einigen Jahren erste Windräder drehen. Interessenten gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Peter Tigges bereits. Namen wollte Tigges noch nicht nennen.

Er sagte aber, dass die Stadt von Projektentwicklern konkret auf die Stölzinger Höhe angesprochen worden sei.

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss nun am Mittwochabend einstimmig, dass sie Windkraftanlagen im Spangenberger Stadtgebiet grundsätzlich aufgeschlossen gegenübersteht und der Flächennutzungsplan für den Bereich der Stölzinger Höhe geändert werden soll.

Bernd Deist (SPD), Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und Ortsvorsteher von Bischofferode, stimmte ebenfalls für die Windkraftanlagen, äußerte aber die Hoffnung, dass die betroffenen Stadtteile Herlefeld und Bischofferode – sollte das Projekt verwirklicht werden – einen Ausgleich für die Einschränkungen bekommen, die durch die Windkraftanlagen entstehen.

Auch die Gründung eines Arbeitskreises Windkraft war Teil des Beschluss. Der Kreis, der sich aus neun Mitgliedern aller Fraktionen zusammensetzt und bei Bedarf auch sachkundige Bürger aufnehmen kann, soll nach Auskunft von Bürgermeister Tigges in den nächsten Jahren den gesamten Prozess rund um die Windkraft begleiten und Empfehlungen abgeben.

Zunächst bedeute dies, weitere Angebote von Interessenten zu prüfen. Vier Firmen hatten sich bereits in zwei Informationsveranstaltungen dem Magistrat, den Stadtverordneten und den Ortsvorstehern vorgestellt. Nach Angaben von Bürgermeister Peter Tigges gibt es aber weitere Interessenten.

Beschlossen wurde am Mittwoch auch, dass die Fläche für die Windkraftanlagen 1,5 bis zwei Prozent der städtischen Gesamtfläche betragen soll. Das wären rund zwei Quadratkilometer. Man wolle sich auf dieses Gebiet konzentrieren, weil man keine Verspargelung der Landschaft wolle, sagte Tigges.

Zunächst muss die Stadt sich aber für einen Interessenten entscheiden. Die genauen Kriterien dafür müsse der Arbeitskreis festlegen. Neben Referenzen und Pachtzahlungen sei ein Kriterium aber sicher die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung etwa in Form von Anteilen, die Bürger erwerben könnten - ähnlich dem Spangenberger Solarpark, sagte Tigges.

Doch bevor es soweit ist, müssen die Anlagen erst einmal gebaut werden. „Das Ganze steckt noch im Anfangsstadium. Wir können auch nicht sagen, ob da oben wirklich Windkraftanlagen hinkommen,“ sagte Tigges. Vor dem Bau stünden noch zahlreiche Gutachten an.

Das sei aber alles Sache der Projektentwickler. Der Stadt entstünden dadurch keine Kosten. Im Gegenteil, durch die Verpachtung der Flächen könnte die Stadt Geld verdienen. (kam)

Quelle: HNA

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