Mehrere Projekte im Schwalm-Eder-Kreis

Windparks stören Kampfhubschrauber - Bundeswehr hat Bedenken gegen Anlagen

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Schwalm-Eder. Mehrere Windpark-Projekte im Schwalm-Eder-Kreis könnten auf der Kippe stehen – weil sie in der Einflugschneise des Militärflugplatzes in Fritzlar liegen. Besonders betroffen sind die Flächen im Markwald Beuerholz bei Felsberg, wo die Firma Ventotec neun Windräder errichten möchte.

Die Bundeswehr sieht das kritisch, denn die Windräder würden die Flugsicherheit gefährden, erklärte Oberstleutnant Gary Olaf Schadt vom Kampfhubschrauberregiment 36 gegenüber der HNA.

„Wir suchen nach einer Lösung“, sagt Eugen Firus von der Firma Ventotec, die in den Windpark 40 Millionen Euro investieren würde. Man könne zum Beispiel weniger Windräder aufstellen als geplant oder die Höhe verringern. Das aber würde nicht ausreichen, stellt Oberstleutnant Schadt klar: „Ein Konsens ist aus unserer Sicht nicht möglich.“

Die Bundeswehr entscheidet aber natürlich nicht allein darüber, ob ein Windpark gebaut werden darf. „Wir sind nur ein Rädchen im Genehmigungsverfahren“, sagt Schadt. Von anderer Seite gebe es keinen nennenswerten Widerstand, sagt Eugen Firus von Ventotec. „Die Akzeptanz in der Felsberger Bevölkerung ist recht groß, und es gibt in diesem Bereich kaum Probleme mit dem Umweltschutz.“

Ob im Markwald Beuerholz ein Windpark gebaut werden kann, hängt erst einmal davon ab, ob das Gebiet im Teilregionalplan als Vorrangfläche für Windkraft ausgewiesen wird. Erst danach würde das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium (RP) in Kassel anlaufen. Das werde noch einige Monate dauern, sagte RP-Sprecher Michael Conrad auf HNA-Anfrage.

Die Stadt Felsberg will sich gedanklich jedenfalls noch nicht vom Windpark verabschieden: Im Haushaltsplan für 2014 sind die erhofften Pachteinnahmen in Höhe von jährlich 325.000 Euro aus dem Windpark schon eingeplant.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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