Parlament sagte ja zu Moischeid und Heimbach, aber nein zu Gilserberg und Sebbeterode

Windräder fürs Hochland - Ja zu Moischeid und Heimbach

Gilserberg. Zwei ja, zwei nein: Die Gemeindevertreter stimmten in ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend in der Hochlandhalle für die Vorranggebiet für Windkraft in Moischeid und Heimbach sowie gegen die Gebiete in Gilserberg und Sebbeterode.

Die Gemeinde Gilserberg wird diese Entscheidung als Stellungnahme an das Regierungspräsidium (RP) Kassel weiterleiten.

Im Teilregionalplan des RP waren alle vier Flächen als Suchflächen für neue Windparks im Hochland ausgewiesen worden. Einstimmig entschieden sich die Gemeindevertreter jedoch nur für zwei davon. Als Gründe für diese Entscheidung führte Martin Dippel (SPD) als Vorsitzender des Haupt-, Finanz- und Bauausschusses an: Das Gebiet westlich von Moischeid werde vorwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt. „Die Mehrheit ist positiv gegenüber der Ausweisung eingestellt“, sagte Dippel. In Heimbach sind am Waldrand und im Wald Windräder an der Gemarkungsgrenze geplant.

Bedenken wegen Wasser

Der Bereich südlich von Sebbeterode gilt als Naherholungsgebiet. „Windräder an dieser Stelle würden das Bild der Gemeinde beherrschen“, sagte Dippel. Das Parlament widersprach außerdem Windparks westlich von Gilserberg, da es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt. „Veränderungen im Grundwasser kann keiner verantworten“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Urbanek.

Positiv bestätigten die Gemeindevertreter zwei Anträge von SPD und CDU, die in ähnlicher Weise Bürgerbeteiligung für die kommenden Windräder und die Gründung einer Betreibergesellschaft mit Sitz in der Gemeinde fordern sowie ausschließen, dass über die abgestimmten Gebiete hinausgehend weitere Flächen für Windenergie genutzt werden.

Zudem stellte die SPD-Fraktion den Antrag, dass die Gemeinde gemeinsam mit der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll ein Konzept für die Beteiligung der Gilserberger erarbeiten soll.

Der Antrag führte zu heftigen Diskussionen im Parlament. „Wir können die Leute nicht verpflichten, mit der Energiegenossenschaft Kontakt aufzunehmen“, sagte Urbanek.

„Wir haben uns Bürgerbeteiligung auf die Fahnen geschrieben“, sagte Bürgermeister Rainer Barth. Doch schlussendlich hätten die Landbesitzer das letzte Wort. „Wir wollen ein konkretes Konzept anbieten“, betonte Klaus Vestweber (SPD).

Das Parlament stimmte dem Antrag mit 13 Ja-, und sechs Neinstimmen zu.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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