Das Thema Schneeräumen beschäftigt die Jesberger sehr

Winter macht Arbeit

Jesberg. Der Winter ist in Jesberg erst ein paar Tage alt, aber schon jetzt hat Bürgermeister Günter Schlemmer die Nase ziemlich voll vom Schnee. Seitdem die ersten Flocken vom Himmel fallen, ist der Streudienst das Thema Nummer 1 in der Kellerwaldgemeinde. Ein Jesberger hatte sich beschwert, dass die Gemeinde am Sonntag zu spät die Straßen am Schlossberg geräumt hatte.

Noch nie habe es so viele Anrufe, Nachfragen und Reklamationen zum Streudienst gegeben. Darauf werde die Gemeinde nun reagieren und – leere Kassen hin oder her – im nächsten Jahr eine dritte Vollprofi-Maschine für den Winterdienst anschaffen. Schon allein um die Mitarbeiter des Bauhofs zu schützen sei das notwendig, denn die würden längst nicht überall freundlich empfangen. „So manches Mal klatscht da sogar ein Schneeball gegen die Fahrerkabine.“

Nachvollziehen kann Schlemmer die Aufregung nicht: „Man kann es doch keinem Recht machen. Die einen wollen Salz, die anderen sind aus Umweltschutzgründen dagegen. Die nächsten fordern das Streuen von Splitt, andere beschweren sich, dass der den Autolack zerkratzt. Und die Dritten wünschen sich eine geschlossene Schneedecke und damit gar keinen Räumdienst. Was sollen wir denn da tun?“ Das Hessische Straßengesetz weiß das ganz genau: Die Städte und Gemeinden müssen räumen und sogar einen Streudienst nachweisen.

Der Jesberger setzt klare Prioritäten: Als Erstes werden Gefällstrecken und jene Straßen geräumt, die zu Schulen, Ärzten, Apotheken und zum Seniorenzentrum führen: „Erst wenn diese Straßen frei sind, kommt der Rest dran“, sagt Schlemmer. Und dieser Rest muss oft lange warten, denn es brummen lediglich zwei Trecker als Schneeschieber durch Jesberg.

Viele Menschen haben Verständnis: „Ein Winterdienst kann nun mal nicht jede Straße räumen. So lang die Hauptstraßen frei sind, ist doch alles prima...“, schreibt „Carsten Hö“ auf der Facebook-Seite der HNA. Und auch Reinhold Görtz sieht die Lage entspannt: „Das kann ja nicht wahr sein! Ich wohne in einem Ortsteil, da ist ein super Räumdienst. Macht doch mal selbst etwas, ich muss auch den Schnee wegräumen vom Grundstück.“ (bra)

Quelle: HNA

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