Mehr als nur Profiltiefe

Wintercheck: Sicher mit dem Auto durch die kalte Jahreszeit

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Auf die Profiltiefe kommt es an: Kfz-Meister Dieter Poschmann.

Breuna. Von Schnee ist weit und breit noch nichts zu sehen, stattdessen präsentiert sich der Oktober mit bis zu 23 Grad von seiner besten Seite und bremst den üblichen Winterreifenboom in den Werkstätten der Region deutlich spürbar aus.

 „Bislang ist noch nicht viel los“, sagt Dieter Poschmann von der Breunaer Werkstatt Poschmann & Wetzel, der deshalb seine Stammkunden erst für den 28. Oktober zum jährlichen Reifenwechselmarathon eingeladen hat.

Ob nun früh oder spät: Für Autofahrer gilt die gesetzliche Winterreifenpflicht, und die sieht vor, dass sie auf deutschen Straßen bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg, und deshalb kommen sie über kurz oder lang bei jedem auf den Tisch, die alljährlichen Fragen zum Auto-Wintercheck: Sind die eingelagerten Reifen noch brauchbar? Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Aufziehen? Antworten sollte man sich vom Experten holen, denn nicht alle gut gemeinten Tipps sind zu hundert Prozent empfehlenswert.

„Der Rat, etwa ein Geldstück zur Messung der Profiltiefe zu verwenden, kann allenfalls der ersten Orientierung dienen“, sagt Poschmann. „Liegt wirklich Schnee, reichen zwei bis drei Millimeter nicht mehr aus, mindestens fünf Millimeter sollten es dann schon sein.“ Neben einer Sichtprüfung sei auch das im Reifen eingestanzte Baujahr ein wichtiger Hinweisgeber. „Ist ein Reifen älter als sechs Jahre, sollte er nicht mehr zum Einsatz kommen, das Gummi kann hart, porös und rissig werden, was Auswirkungen auf die Haftung hat.“

Bei Billigreifen aus Fernost sei von einer wesentlich geringeren Lebensdauer auszugehen, von denen man laut Poschmann grundsätzlich besser die Finger lassen sollte: „Ist der Markenname schwer bis gar nicht auszusprechen, rate ich dringend vom Kauf ab“, sagt er lachend. „Ich habe selbst ein derartiges Fabrikat probiert und war auf ganzer Linie enttäuscht.“ Von Laufruhe und Grip habe es nicht überzeugen können, außerdem habe es sich sehr schnell abgefahren. „Die Preisersparnis von 20 bis 30 Euro pro Reifen lohnt nicht, am Ende ist jeder für ein hochwertigeres Produkt ausgegebene Euro gut investiertes Geld.“

Ob man seine Reifen nun selbst oder doch besser vom Profi wechseln lassen sollte, hängt laut Poschmann von mehreren Faktoren ab. „Auf jeden Fall sollte das richtige Werkzeug vorhanden sein, sitzen etwa die Radschrauben am Ende nicht wie sie sollen, hat man nichts gewonnen.“

Um sicher durch den Winter zu kommen, könne es nicht schaden, einen Fachmann zurate zu ziehen, denn mit den Reifen allein sei es nicht getan. „Bei jedem Wintercheck überprüfen wir grundsätzlich auch Flüssigkeiten, kontrollieren Lichter und gucken nach Batterie, Bremsbelegen und Stoßdämpfern.“ So sei jeder mit seinem Auto bestens gerüstet für den Winter, ob mit oder ohne Schnee.

Quelle: HNA

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